Cembra-CEO: «Sonderdividende ist möglich»

Cembra Money Bank liefert ein Halbjahresergebnis ab, das die Märkte überzeugt. Im cash-Video-Interview spricht CEO Robert Oudmayer über die Verwendung von Überschusskapital und über Regulierungen bei Konsumkrediten.
19.08.2015 14:50
Von Pascal Züger
Robert Oudmayer, CEO Cembra Money Bank, im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Cembra Money Bank konnte in der ersten Jahreshälfte 2015 dank dem wachsenden Geschäft mit Kreditkarten sowie tieferen Kosten einen Reingewinn von 69,6 Millionen Franken verzeichnen. Dies entspricht einem Zuwachs von 8 Prozent. Es sei bis anhin das beste Halbjahresergebnis von Cembra Money Bank überhaupt, sagt CEO Robert Oudmayer im cash-Video-Interview.

Das Ergebnis übertrifft die Analysten-Erwartungen leicht und liess die Cembra-Aktie im Morgenhandel um bis zu drei Prozent ansteigen. Danach gab die Aktie die Gewinne weitgehend wieder preis.

Kreditkartengeschäft als Motor

Haupttreiber des Wachstums ist und bleibt das Kreditkartengeschäft. Dort habe Cembra über Jahre ein zweistelliges Wachstum verzeichnen können, so Oudmayer, und "es ist immer noch grosses Wachstumspotential vorhanden". Die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten stieg seit Ende 2014 um 3 Prozent auf 626'000 an. Cembra gibt zum Beispiel die Cumulus Mastercard heraus.

Weniger rosig sieht es im Konsumkredit- und im Autoleasing-Markt aus. Das Kreditvolumen im Autoleasinggeschäft stagnierte, während die Privatkredite sich gar um 1 Prozent verringerten. Hier handle es sich um reife Märkte, wo ein weiteres Wachstum eher schwierig sei. "Wir sind dort jedoch bereits sehr präsent", fügt Oudmayer an.

Die Bank hält auch Ausschau nach möglichen Übernahmezielen. "Wir sind an Akquisitionen interessiert, wollen aber in der Schweiz und im Konsumkreditgeschäft bleiben", sagt Oudmayer. Eine Übernahme müsse finanziell Sinn machen und mit der Strategie von Cembra vereinbar sein. Doch das überschüssige Kapital müsse nicht zwingend für Akquisitionen verwendet werden, denkbar sei auch eine Sonderdividende oder Aktienrückkäufe.

Gesetzliche Anpassungen im Kleinkredite-Bereich

Im Bundesrat gibt es derzeit Überlegungen, den Maximalzinssatz für Konsumkredite von aktuell 15 auf 10 Prozent zu reduzieren. Ein solcher Entscheid würde auch Cembra tangieren. Oudmayer stellt sich zwar nicht prinzipiell gegen einen tieferen Maximalzinssatz, er möchte diesen jedoch begründet haben. "Der Maximalzinssatz sollte auf Fakten und nicht auf Emotionen beruhen", so Oudmayer.

Ausserdem hat das Parlament vor kurzem aggressive Werbung für Kleinkredite verboten. Hier habe Cembra die Regierung sogar aktiv dabei unterstützt, ein selbstregulierendes System gegen aggressive Werbung zu definieren. Oudmayer betont, dass Cembra selber keine solche aggressive Werbung mache, deshalb sei ein solches Verbot für die Firma sogar nützlich.

Im cash-Video-Interview sagt Robert Oudmayer auch, wie lange seiner Meinung nach das Negativzinsumfeld noch andauern wird.

(Mit Material von SDA)