CEO Ermotti über die UBS-Dividendenpläne

Trotz überraschend gutem Quartalsergebnis dürfte die UBS ihre Dividende für 2016 nicht erhöhen, wie CEO Sergio Ermotti im Video-Interview sagt. Er äussert sich zudem zur Korruptionsaffäre in Singapur.
29.07.2016 10:26
«Natürlich macht mir diese Angelegenheit keine Freude»: CEO Sergio Ermotti zur Verwicklung der UBS in die Korruptionsaffäre in Singapur.
Bild: cash

Die Quartalszahlen der UBS können sich sehen lassen. Die grösste Schweizer Bank hat in der Periode von April bis Juni 2016 unter dem Strich 1,03 Milliarden Franken verdient. Das ist zwar weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, aber mehr als Analysten erwartet hatten. Besonders gut schnitt die UBS beim bereinigten Gewinn ab, wo sie einen Betrag von 1,67 Milliarden ausweist - mehr als im letzen Jahr.

"Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und es war eine starke Leistung", sagt UBS-CEO Sergio Ermotti im Video-Interview. Im Vorjahresquartal sei die wirtschaftliche Situation deutlich besser gewesen als derzeit.
An der Schweizer Börse kommen die Resultate sehr gut an. In einem positiven Gesamtmarkt steigt die UBS-Aktie um mehr als 3 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem Monat.

Auf die Frage, ob die UBS nun etwas an der Höhe der Dividende ändert, sagt Ermotti: "Unser Ziel ist, die Basis-Dividende jedes Jahr zu erhöhen. Aber im heutigen Umfeld ist unsere erste Priorität, wieder 60 Rappen zu bezahlen." 2015 betrug die Bar-Ausschüttung 85 Rappen pro Aktie, aufgrund einer Sonderdividende von 25 Rappen. Für 2016 dürfen UBS-Aktionäre nicht mehr mit einer Spezialdividende rechnen, wie Ermotti schon mehrfach sagte.

Geldwäscherei-Vorwürfe aus Singapur

Schlagzeilen machte die UBS jüngst auch im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB. Bei dem Fonds waren Milliardenbeträge verschwunden oder auf ausländische Bankkonten mit unbekannten Eigentümern abgeflossen. Gegen 1MDB laufen daher in mindestens sechs Ländern Geldwäscherei-Untersuchungen. Bei UBS und anderen Banken monierten die Aufseher in Singapur Versäumnisse bei der Überwachung von Transaktionen und der Aufnahme neuer Kunden.

"Natürlich macht mir diese Angelegenheit keine Freude. Aber wie die Behörden Singapurs feststellten, war kein systematisches Fehlverhalten der Bank oder von Angestellten vorhanden", sagt Ermotti zu diesen Geschehnissen. Der UBS-Fokus bleibe auf einem risikokontrollierten Umfeld für die Bank und die Finanzwelt.

Welche Perspektiven der Bankchef Ermotti in Asien sieht und wie die UBS mit den Folgen des Brexit umgehen will, erfahren Sie ebenfalls im Video-Interview.

(cash/AWP)