Chemie - Ems-Chemie steigert Umsatzzahlen - ZKB-Analyst leicht enttäuscht

Die auf Polymere und Spezialchemikalien ausgerichtete Ems-Gruppe ist in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018 weiter gewachsen. Die ZKB bewertet die Zahlen jedoch leicht negativ. Die Aktie gibt nach.
05.10.2018 09:38
Magdalena Martullo-Blocher, CEO von Ems-Chemie.
Magdalena Martullo-Blocher, CEO von Ems-Chemie.
Bild: cash

Der Umsatz erhöhte sich um 10,8 Prozent auf 1,77 Milliarden Franken. Gewinnzahlen gibt Ems zu den ersten neun Monaten jeweils nicht bekannt. Der Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt aber unverändert, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Unmittelbar nach Börseneröffnung reagiert die Ems-Aktie mit leichten Abschlägen, sie verliert 0,6 Prozent auf 569,5 Franken zu.

In der Autoindustrie, die für rund 60 Prozent der Umsätze steht, stellt Ems verzögerte Modell-Zulassungen und eine allgemeine Unsicherheit mit Blick auf die künftigen politischen Rahmenbedingungen fest. Bei vielen internationalen Firmen sei der Geschäftsausblick verhalten.

Und bei einigen Rohstoffen herrsche ein "veritabler Versorgungsnotstand", was die Preise stark nach oben treibe. Dennoch sei es gelungen, auch im dritten Quartal ein überproportionales Mengenwachstum zu realisieren. Dies dank zahlreichen Neugeschäften. Das Wachstum sei in allen Regionen "erfreulich" ausgefallen.

Ems setzte in den ersten neun Monaten in seinen beiden Sparten mehr um. Das deutlich umsatzstärkere Segment Hochleistungspolymere erzielte einen Erlös von knapp 1,55 Milliarden Franken und damit 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Segment Spezialchemikalien steigerte den Umsatz derweil um 9 Prozent auf 223 Millionen Franken.

Konsens-Prognosen getroffen

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten genau getroffen. Diese hatten den Umsatz im Durchschnitt (AWP-Konsens) bei 1,77 Milliarden Franken erwartet. Für die Hochleistungspolymere lag der AWP-Konsens für den Umsatz bei 1,55 Milliarden, für die Spezialchemikalien bei 225 Millionen.

Für die nächsten Monate rechnet Ems mit einer Abschwächung der Weltkonjunktur. Eine rasche Lösung betreffend neuer Handelseinschränkungen zeichne sich nicht ab und die Versorgungsengpässe dürften im Urteil des Unternehmens anhalten.

Das von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher geführte Unternehmen bestätigt dennoch den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr und ist zuversichtlich betreffend der eigenen Geschäftsentwicklung. Demnach dürfte der Nettoumsatz und das Betriebsergebnis leicht über dem Vorjahr zu liegen kommen. Nach Lesart des Unternehmens bedeutet dies eine Steigerung von bis zu 10 Prozent.

ZKB will Schätzungen nach unten anpassen

Allerdings zeigt sich die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einem ersten Kommentar über das Ergebnis nicht ganz zufrieden: "Ems konnte unsere Umsatzerwartungen für das dritte Quartal nicht ganz erfüllen", schreibt Analyst Philipp Gamper. Für das dritte Quartal betrug der Umsatz 571 Millionen Franken, die ZKB erwartete jedoch 580 Millionen Franken. Dennoch bleibe gemäss Gamper die Umatzdynamik vergleichsweise hoch.

Aufgrund der sich verlangsamenden Weltkonjunktur, dem verhaltenen Geschäftsausblick vieler Kunden von Ems und den anhaltenden Versorgungsengpässen bei den Rohstoffen will die ZKB die Schätzungen leicht nach unten anpassen.

Die Ems-Aktie hat seit Jahresbeginn bereits 12 Prozent eingebüsst, die Bewertung ist mit einem von der ZKB geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis 2018 von 25,6 aber noch immer eher hoch.

(SDA/cash)