China droht 2017 weitere Konjunkturabkühlung

Das Wirtschaftswachstum in China wird im kommenden Jahr voraussichtlich weiter an Fahrt verlieren.
19.12.2016 12:19
Blick auf das Finanzzentrum von Schanghai: Der Immobilienmarkt ist zusehends überhitzt.
Blick auf das Finanzzentrum von Schanghai: Der Immobilienmarkt ist zusehends überhitzt.
Bild: Pixabay

2017 werde das Bruttoinlandsprodukt wohl nur um 6,5 Prozent zulegen, sagte die der Regierung zuarbeitende Akademie für Sozialwissenschaften (CASS) am Montag voraus. Für das laufende Jahr erwarten die Forscher ein Plus von 6,7 Prozent. Nach jahrzehntelangem Boom mit teils zweistelligen Wachstumsraten will die Regierung das exportlastige Wirtschaftsmodell stärker auf die Binnenkonjunktur ausrichten und den privaten Konsum ankurbeln. Dafür nimmt sie weniger Wachstum in Kauf. Zugleich stemmt sich die Führung in Peking gegen eine Überhitzung des Immobilienmarktes.

Die Regierung will eine Blasenbildung entgegenwirken und Preisschwankungen verhindern, wie jüngst aus der Sitzung der staatlichen Plankommission bekannt wurde. Die Kosten für Wohnmimmobilien steigen in den 70 grössten Städten im Reich der Mitte rasant. Nach jüngsten Daten zogen die Preise im Oktober zum Vorjahr um 12,6 Prozent an - ein Rekordwert.

Ein Berater der Notenbank signalisierte nun, dass angesichts dieser Entwicklung und weiterer Risiken 2017 wohl nicht an eine geldpolitische Lockerung zu denken sei. Eine der grössten Herausforderungen für die Wirtschaftslenker in Peking wird es laut Experten sein, angesichts anziehender US-Zinsen und einer Abwertung der chinesischen Landeswährung Kapitalabflüsse einzudämmen. Der Renminbi ist in diesem Jahr bereits um fast sieben Prozent zum Dollar gefallen. Laut einer Prognose aus dem Handelsministerium wird er nächstes Jahr um weitere drei bis fünf Prozent abwerten.

(Reuters)