Chinesen horten Geld statt es auszugeben

In China wachsen Insidern zufolge Zweifel am Nutzen einer weiteren Lockerung der Geldpolitik.
29.08.2016 19:45
Eine lockere Geldpolitik garantiert nicht, dass auch mehr ausgegeben wird.
Eine lockere Geldpolitik garantiert nicht, dass auch mehr ausgegeben wird.
Bild: Bloomberg

Die Investitionszurückhaltung in grossen Teilen der Wirtschaft mache den Verantwortlichen Sorgen, sagten mit geldpolitischen Beratungen der Pekinger Führung vertraute Personen. Sowohl Unternehmen als auch Banken horteten Geld, statt es für Zukunftsprojekte auszugeben oder als Kredite auszuleihen. Auch die Entwicklungen in Japan und Europa untermauerten die Auffassung, dass selbst mit einer noch laxeren Geldpolitik die Konjunktur nur schwer in Gang zu bringen sei. Deshalb werde in China eine Zinssenkung nicht für nötig erachtet, solange das Wirtschaftswachstum nicht ernsthaft unter 6,5 Prozent zu fallen drohe.

Im ersten Halbjahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 6,7 Prozent. Der Leitzins liegt derzeit bei 4,35 Prozent und damit so niedrig wie noch nie. Die Zweifel an der Wirksamkeit von Zinssenkungen könnten selbst diffuse Markterwartungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik entschieden dämpfen. Eine mit den Überlegungen der chinesische Zentralbank PBOC vertraute Person sagte, die Notenbank neige nicht dazu, die Zinsen oder den sogenannten Mindestreservesatz zu lockern. "Geldpolitik hat nur begrenzte Wirkung, wir werden uns auf die Finanzpolitik verlassen müssen", sagte der Insider. Die Pekinger Führung hat die staatlichen Ausgaben 2016 bereits kräftig erhöht, um die Konjunktur anzukurbeln.

Die PBOC reagierte nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.

(Reuters)