Chiphersteller  - AMS macht bei geplanter Osram-Übernahme Tempo

Der Halbleiterhersteller AMS gibt bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten Osram Gas. Osram empfiehlt derweil seinen Aktionären die Offerte anzunehmen – unter Bauchschmerzen.
16.09.2019 08:34
Osram Lighthouse in München.
Osram Lighthouse in München.
Bild: ZVG

Insbesondere soll die Mindestannahmeschwelle des Angebots auf 62,5 von 70 Prozent gesenkt werden, wie das Unternehmen am Montag mitteilt. Damit wolle man schneller zum Erfolg kommen, hiess es zur Begründung. Der Entscheid sei nach einer weiteren Analyse der Aktionärsstruktur von Osram gefällt worden.

Gestützt sieht sich das Unternehmen, dessen Aktien an der Schweizer Börse kotiert sind, durch ein "umfassend positives Feedback" während einer zweiwöchigen globalen Investoren-Roadshow. Man sehe sich daher in seiner strategische Vision nochmals bestärkt. Das Übernahmeangebot von AMS läuft bekanntlich noch bis am 1. Oktober.

Neue Details gibt es auch zur Finanzierung des Deals. So will AMS "im Zeitraum Ende Oktober 2019" eine ausserordentliche Generalversammlung abhalten. An dieser solle über eine Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden Euro entschieden werden, so die Mitteilung weiter. Diese diene der teilweisen Refinanzierung der im Zusammenhang mit dem Angebot stehenden Brückenfinanzierung in Höhe von 4,2 Milliarden Euro.

Die Bieterschlacht um den zum Verkauf stehenden Beleuchtungshersteller Osram geht in diesen Tagen in die entscheidende Phase. Bis Dienstag (17.9.) müssen Vorstand und Aufsichtsrat von Osram bekannt geben, ob sie den Aktionären die Übernahme durch den Sensorhersteller AMS empfehlen werden.

AMS bietet 38,50 Euro je Aktie. Das wären insgesamt etwa 3,7 Milliarden Euro, gut 300 Millionen mehr als das von der Osram-Chefetage bislang favorisierte Konkurrenzangebot der US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle. Diese haben aber noch die Möglichkeit, ihr Angebot zu erhöhen.

Osram empfiehlt Aktionären AMS-Offerte

Osram hat sich derweil dazu druchgerungen,  seinen Aktionären trotz schwerer Bedenken das 4,3 Milliarden Euro schwere Angebot des Chipherstellers AMS zu emfpehlen. "Die finanzielle Attraktivität der Offerte war dabei höher zu gewichten als Kritikpunkte", teilte der Lichttechnikkonzern am Montag in München mit. 

Während der Vorstand und sieben der zwölf Aufsichtsratsmitglieder von Osram ihre Bedenken gegen AMS hintanstellten, stimmten fünf Arbeitnehmervertreter in dem Kontrollgremium gegen AMS. Die Gewerkschaft IG Metall befürchtet unter AMS einen Stellenabbau. Osram beschäftigt weltweit rund 25.000 Mitarbeiter, davon rund 6500 in Deutschland. Die Österreicher müssen sich offenbar auf heftigen Widerstand aus der deutschen Belegschaft einstellen. Denn der Osram-Konzernbetriebsrat wertete es nun sogar als "feindlichen Akt", wie AMS um die Gunst der Anleger geworben habe. Das Angebot von Bain und Carlyle, das bereits im Juli vorlag, hatten Vorstand und Aufsichtsrat hingegen einstimmig empfohlen.

Aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat sei das unternehmerische Konzept von Bain und Carlyle insgesamt tragfähiger, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme beider Gremien zur AMS-Offerte. Während die Finanzinvestoren Osram als Ganzes erhalten wollen, will AMS sich Osram einverleiben. Der Sensorspezialist interessiert sich für das Opto-Halbleiter-Geschäft und die Autozuliefersparte. Von der Digitalsparte und der LED-Produktion für das Verbrauchergeschäft wollen sich die Österreicher trennen.

Produktionsverlagerung von Asien nach Deutschland umstritten

AMS hat zwar zugesagt, Teile der Osram-Produktion aus Asien nach Deutschland zu verlagern und damit den Standort Regensburg zu stärken. Osram bezweifelt allerdings, dass dieser Plan aufgeht. Die angestrebte Verlagerung aus Malaysia nach Bayern sei schwieriger und für das Geschäft weniger erfolgversprechend als von AMS angenommen. Insgesamt seien die Kostensenkungen von 300 Millionen Euro im Jahr, die AMS bei einer Zusammenlegung beider Konzerne einkalkuliert, keineswegs sicher. Osram äußerte auch die Befürchtung, dass AMS mit einer Integration des dreimal so großen deutschen Konzerns scheitern könnte. AMS setzte im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Euro um, Osram mehr als vier Milliarden Euro. Ende Oktober wollen die Österreicher eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Dort will sich das Management die geplante Aktienemission von 1,5 Milliarden Euro genehmigen lassen, mit der der geplante Osram-Kauf für rund 4,3 Milliarden Euro zum Teil refinanziert werden soll.

Osram-Chef Olaf Berlien und fünf Aufsichtsratsmitglieder kündigten an, ihre Aktien nicht an AMS verkaufen zu wollen. Darunter seien zwei Vertreter der Anteilseigner, teilte Osram mit. Lediglich zwei weitere Aufsichtsratsmitglieder, die ebenfalls Osram-Aktien halten, wollten diese an AMS veräußern. In der Stellungnahme zum Angebot von Bain und Carlyle hatten alle diese Spitzenmanager noch einhellig angekündigt, ihre Anteile den Investoren anzudienen. 

 

(Reuters/AWP)

 

Ausgewählte Produkte auf ams

Symbol Typ Coupon PDF
SARDJB Barrier Reverse Convertible 16.00% PDF
SAXCJB Barrier Reverse Convertible 14.65% PDF
SAWNJB Barrier Reverse Convertible 13.90% PDF

Investment-Ideen von Julius Bär

ams I

Kurs (CHF)
Zeit
44.26
11.10.2019
+3.00%
+1.290
Eröffnung 43.00

Traderinfo

44.20
11.10.2019
200
Geld/Brief
Zeit
Volumen
44.50
11.10.2019
1'122
 15%
85% 
VerkaufenKaufen
Vol. Börse
Umsatz
0.624 Mio
27.52 Mio

Noch kein Trading-Konto?

  • Nur CHF 29 Courtage pro Online-Trade
  • Depot ab CHF 25 pro Quartal
  • Gratis Realtime Kurse ab CHF 20'000 Depot

Mehr erfahren...