Clariant-Aktien tiefer nach Halbjahreszahlen

Nach dem Kursanstieg der letzten Tage haben die Aktien von Clariant am Donnerstag den Weg nach unten angetreten.
28.07.2016 10:07
Clariant-Hauptsitz in Pratteln.
Clariant-Hauptsitz in Pratteln.
Bild: ZVG

Vorbörslich hatte das Unternehmen eher durchwachsene Resultate für das zweite Quartal vorgelegt, wobei Umsatz und EBITDA leicht hinter den Konsenserwartungen zurückblieben. Allerdings wissen die bei der Barmittelgenerierung erzielten Fortschritte in Analystenkreisen zu gefallen. Bis um 09.40 Uhr fallen Clariant Namen bei regen Volumen um 2,0 Prozent auf 17,40 CHF. Der am SPI gemessene Gesamtmarkt steigt im Gegenzug um 0,4 Prozent.

Clariant habe zwar die Marge erhöht, aber nicht im erwarteten Ausmass, so der Tenor der Analysten. Insgesamt aber sehen die Experten den Spezialitätenchemiehersteller auf gutem Weg in Richtung des bestätigten mittelfristigen Ziels einer EBITDA-Marge von 16 bis 19 Prozent.

Höhere Finanzierungskosten

Der leicht schwächer als erwartet ausgefallene Reingewinn wird von Branchenkennern auf einmalige Faktoren zurückgeführt. So weiss der für Baader Helvea tätige Experte etwa von höheren Finanzierungskosten zu berichten. Zudem fielen Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit dem Verkauf des Energiespeichergeschäfts an.

Nach Sparten betrachtet wird insbesondere der starke Ergebnisbeitrag von Plastics & Coatings herausgestrichen. Care Chemicals, der am Umsatz gemessen zweitgrösste Bereich, habe zumindest auf Stufe EBITDA überzeugt, so heisst es weiter. Etwas enttäuscht zeigt man sich in Expertenkreisen hingegen von der Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Catalysis & Energie und Natural Resources. Bei Letzterer ist es zu Projektverzögerungen gekommen.

Gelobt wird derweil die starke Leistung beim operativen Cash Flow: dieser konnte im Halbjahr mehr als verdreifacht werden. Die Analysten legen ein ganz besonderes Augenmerk auf die Entwicklung dieser Kennzahl. Clariant hat diesbezüglich in den letzten Jahren selten brilliert und für 2016 eine weitere Besserung versprochen.

Gewinnmitnahmen

Der vergleichsweise starke Kursrückgang in den Clariant-Aktien ist aber laut Marktbeobachtern nicht alleine mit der (leichten) Ergebnisenttäuschung zu erklären. Ein guter Teil sei als Gewinnmitnahmen anzusehen, hätten doch die Papiere zuletzt einen guten Lauf gehabt.

Spätestens nachdem der deutsche Branchenprimus BASF am (gestrigen) Mittwoch für seine Bereiche Pigments und Care Chemical starke Ergebnisse geliefert habe, seien Hoffnungen auf ein ähnlich starkes zweites Quartal bei der in den gleichen beiden Gebieten tätigen Clariant aufgekommen. Weitere kursrelevante Informationen erhofft man sich von der für 15 Uhr angesetzten Analystenkonferenz.

(AWP)