Clinton groundet die New Yorker Börsen

Weitere Nachforschungen zur E-Mail-Affäre der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton haben die US-Börsen am Freitag belastet.
28.10.2016 22:30
Da nützt alles Lächeln nichts: Das FBI ermittelt erneut gegen Präsidentschaftskandidatin und ehemalige Aussenministerin Hillary Clinton wegen ihrem privaten Mail-Server.
Da nützt alles Lächeln nichts: Das FBI ermittelt erneut gegen Präsidentschaftskandidatin und ehemalige Aussenministerin Hillary Clinton wegen ihrem privaten Mail-Server.
Bild: Bloomberg

FBI-Chef James Comey kündigte an, die im Sommer eingestellten Ermittlungen gegen die frühere Aussenministerin wiederaufzunehmen. Im Zusammenhang mit der Nutzung ihres privaten Servers in ihrer Zeit als Ministerin seien weitere E-Mails aufgetaucht, die möglicherweise relevant seien, heisst es in einem Schreiben Comeys an führende Kongresspolitiker. "In dem Moment, wo die ersten Meldungen aufschlugen, ging es abwärts", sagte ein Händler. Die Märkte setzten auf einen Sieg Clintons gegen den weithin als unberechenbar eingestuften republikanischen Kandidaten Donald Trump. Neue Ermittlungen könnten sich zu einer Gefahr für einen Sieg Clintons auswachsen.

Im frühen Handel hatten noch gute Konjunkturdaten die Wall Street gestützt. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September auf das Jahr hochgerechnet um 2,9 Prozent zu und damit stärker als erwartet. Das sei ein gutes Signal für die Weltwirtschaft, urteilte der Chefökonom der VP Bank, Thomas Gitzel. "Die US-Notenbank kann deshalb im Dezember beruhigt an der Zinsschraube drehen." Börsianer sehen die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im Dezember mittlerweile bei fast 80 Prozent. Schlecht aufgenommen wurden dagegen die Quartalszahlen von Amazon.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 18'161 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 2126 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,5 Prozent auf 5190 Punkte. Im Wochenvergleich legte der Dow 0,1 Prozent zu, während der Nasdaq-Index um 1,3 Prozent und der S&P-Index um 0,7 Prozent fielen.

Amazon-Aktie bricht nach magerer Prognose ein

Bei den Einzelwerten büssten Amazon-Aktien mehr als 5 Prozent an Wert ein. Der Internet-Händler hat Investoren im Weihnachtsquartal nur einen überraschend geringen Gewinn in Aussicht gestellt.

Gefragt waren dagegen die Titel der Google-Mutter Alphabet. Sie kletterten um 0,3 Prozent. Der Internet-Riese hat im abgelaufenen Vierteljahr dank eines boomenden Werbegeschäfts erneut deutlich zugelegt.

General Electric (GE) zeigt unterdessen Interesse an Baker Hughes, etwa über eine Partnerschaft. Die Aktien des Ölfeldausrüsters verteuerten sich um mehr als 8 Prozent. GE-Titel zogen rund 2 Prozent an.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 960 Millionen Aktien den Besitzer. 1178 Werte legten zu, 1759 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 1146 im Plus, 1614 im Minus und 235 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 1/32 auf 96-28/32. Die Rendite stieg auf 1,8486 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 9/32 auf 92-14/32 und rentierte mit 2,6170 Prozent. 

(Reuters)