Cloud-Boom stimmt SAP und Microsoft zuversichtlich

Das Geschäft mit IT-Diensten im Internet zahlt sich für die Softwarekonzerne SAP und Microsoft immer mehr aus.
21.10.2016 15:00
Microsoft an einer Messe in den USA.
Microsoft an einer Messe in den USA.
Bild: Bloomberg

SAP-Chef Bill McDermott hob am Freitag die Jahresprognose sogar leicht an. Er erwartet nun 2016 einen Betriebsgewinn (Non-IFRS) von 6,5 bis 6,7 Milliarden Euro, statt von bislang 6,4 bis 6,7 Milliarden. Als Grund für den Schritt nannte McDermott die gute Kundenresonanz auf die internetbasierten Angebote seines Hauses. "Unsere Ergebnisse liegen deshalb über den Erwartungen", erklärte der Amerikaner.

Finanzvorstand Luka Mucic fügte hinzu. "Alle Kennzahlen zum Geschäftsausblick tendieren zum oberen Ende der jeweiligen Bandbreite vom Jahresanfang. Diese gute Entwicklung und eine gut gefüllte Auftragspipeline bestätigen uns in der Überzeugung, dass wir das Jahr wieder mit einem starken vierten Quartal abschließen werden." Mucic stellte für das kommende Jahr neben Schuldentilgung auch höhere Gewinnbeteiligung für die Aktionäre in Aussicht. "Wir bekennen uns zu starken und steigenden Dividenden", sagte er im Reuters-Interview.

Im dritten Quartal blieb SAP bei der Ergebnisentwicklung leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Trotz anhaltend guter Cloud-Geschäfte legte das Betriebsergebnis währungsbereinigt lediglich ein Prozent auf gut 1,64 Milliarden Euro zu. Der Marktführer für Firmensoftware zur Unternehmenssteuerung aus dem badischen Walldorf erwirtschaftete einen Umsatz von 5,38 Milliarden Euro, um Währungs- und Sondereffekte bereinigt ein Zuwachs von acht Prozent. Die Aktie legte im Leitindex Dax drei Prozent zu.

Hohe Personalkosten lasten auf SAP-Gewinn

Unter dem Strich muss SAP allerdings einen deutlichen Gewinnknick hinnehmen. Vor allem wegen gestiegener Ausgaben für die aktienbasierte Vergütung seiner Mitarbeiter und anschwellender Kosten für Entwicklung, Marketing und Vertrieb sackte der Überschuss nach Steuern binnen Jahresfrist um ein Fünftel auf 725 Millionen Euro ab.

SAP lässt sich die Umstellung auf das neue Wachstumsgeschäft im Internet einiges kosten. Allein im laufenden Jahr hat der Konzern 5400 neue Mitarbeiter eingestellt. Die Belegschaft wird auch wegen des steigenden Aktienkurses immer teurer. Bis zu 840 Millionen Euro veranschlagt Finanzchef Mucic für das laufende Jahr allein an aktienbasierter Vergütung. SAP werde als Wachstumsunternehmen auch weiter investieren, kündigte er an.

Microsoft knüpft an goldene Zeiten an

Dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft bescherte die wachsende Nachfrage nach Datenspeicherung im Internet und dem Service im abgelaufenen Quartal überraschend hohe Einnahmen. Die Amerikaner konnten durch das Cloud-Geschäft Dellen in anderen Segmenten ausgleichen. Insgesamt erzielte Microsoft im ersten Quartal einen bereinigten Umsatz von 22,33 Milliarden Dollar, der Nettoertrag erreichte 4,69 Milliarden Dollar. Der Markt für Cloud-Infrastrkturdienste wird praktisch von Microsoft und Amazon dominiert.

Unter Firmenchef Satya Nadella hat sich Microsoft auf den Cloud-Service und auf mobile Anwendungen konzentriert, da sich das Wachstum in seinem traditionellen Software-Bereich abschwächt. Seit seinem Amtsantritt hat sich der Kurs der MS-Aktie mehr als verdoppelt. Nach dem jüngsten Schub um gut sechs Prozent erreichten die Titel einen neuen Rekord und waren damit so teuer wie zuletzt 1999 auf dem Höhepunkt der Dotcom-Hausse.

(Reuters)