Comparis sieht Trendwende am Hypothekarmarkt

Die Zinsen für Festhypotheken haben im vierten Quartal 2016 zugelegt. Nach dem historischen Tiefststand der Hypozinsen im vergangenen Herbst spricht der Vergleichsdienst Comparis nun von einer Trendwende.
12.01.2017 09:11
Der Traum von Vielen: Ein grosszügiges Immobilien-Projekt.
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Bild: ZVG

Im Vergleich zum Vorquartal werden zehnjährige Laufzeiten zu 0,2 Prozentpunkten mehr verzinst und liegen nun bei 1,62%, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Hypotheken-Barometer des Internetvergleichsdienstes Comparis hervorgeht. Nach dem historischen Tiefststand der Hypozinsen im vergangenen Herbst scheine die Trendwende auf dem Hypothekarmarkt erreicht, heisst es. Mittelfristig würden viele Marktteilnehmer eher von einer Seitwärtsbewegung ausgehen.

Neben den Zinsen für zehnjährige Festhypotheken sind auch die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken im Vergleich zum letzten Quartal leicht angestiegen - von 1,08 auf 1,14%. Die Zinsen für einjährige Festhypotheken verharrten hingegen auf dem Niveau von rund 1%.

Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat auch im vierten Quartal weiter zugelegt, während kurze und mittlere Laufzeiten weniger gefragt sind. So hat sich der Anteil der langen Laufzeiten innerhalb des letzten Jahres auf rund 88% von rund 76% erhöht. Der Anteil der mittleren Laufzeiten sank hingegen im gleichen Zeitraum auf 11% von 21%. Der Anteil der kurzen Laufzeiten ist mit nunmehr 1% verschwindend gering.

Die Dominanz der langen Laufzeiten überrascht laut Comparis angesichts der immer noch sehr tiefen Hypozinsen nicht. "Viele Hypothekarnehmer gehen offenbar davon aus, dass die Zinsen weiter ansteigen werden und nutzen nun die Gelegenheit, möglichst lange von den attraktiven Zinskonditionen zu profitieren", wird Banken-Experte Marc Parmentier zitiert.

Mittelfristig seitwärts

Trotz des leichten Aufwärtstrends der Hypozinsen seit der amerikanischen Präsidentschaftswahl und der Zinserhöhung der Federal Reserve im Dezember gehen viele Marktteilnehmer mittelfristig eher von einer Seitwärtsbewegung aus, wie es weiter heisst.

"Ein starker Anstieg der Richtzinsen ist in den kommenden Monaten kaum zu erwarten", so Parmentier. "Zumal derzeit nichts darauf hindeutet, dass die Europäische Zentralbank das Anleihenkaufprogramm beschränken oder gar aufgeben könnte." Für die Schweizerische Nationalbank sei damit der Spielraum für Zinserhöhungen kaum gegeben.

Die Angaben zu den Zinssätzen basieren auf den Richtzinssätzen von rund 70 Kreditinstituten. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Mitte April 2017.

(AWP)