ComputerzubehörSechs wichtige Fragen zur Logitech-Aktie

Der Hersteller von Computerzubehör übertrifft mit seinen Geschäftszahlen die Markterwartungen. Die Aktie reagiert am Mittwoch mit einem Kursfeuerwerk. Was Anleger nun wissen müssen.
25.01.2017 11:22
Von Ivo Ruch
Grund zum Lachen: Bracken Darrell ist CEO von Logitech.
Grund zum Lachen: Bracken Darrell ist CEO von Logitech.
Bild: ZVG

Die Logitech-Aktie geht am Mittwochmorgen durch die Decke. Warum?

Logitech hat das stärkste Quartal der Unternehmensgeschichte hinter sich. Die Folge: Ein Kursanstieg von mehr als 17 Prozent auf 29,40 Franken im Morgenhandel am Mittwoch. Der Logitech-Titel klettert somit auf den höchsten Stand seit August 2008. Einerseits wurden die Erwartungen des Marktes an die Resultate des dritten Geschäftsquartal 2016/17 deutlich übertroffen. Die Börse liebt solch positive Überraschungen. Zusätzlich kurstreibend wirkt sich die Management-Äusserung aus, dass Logitech mit Computerzubehör und Unterhaltungselektronik für das gesamte Geschäftsjahr stärker wachsen dürfte als bisher erwartet.

Wie war ein solches Traumresultat möglich?

Die Logitech-Produkte sind begehrt. Insbesondere der Geschäftsbereich "Gaming", der Zubehör für Computerspiele umfasst, wuchs im zurückliegenden Quartal um rund 40 Prozent. Der Verkauf von Webkameras nahm fast im selben Umfang zu. Auch das Geschäft mit mobilen Lautsprechern knackte mit einem Wachstum von 25 Prozent die Umsatzmarke von 100 Millionen Dollar. Unter dem Strich steigerte Logitech den adjustierten Reingewinn um 9,3 Prozent auf 67 Millionen Dollar.

Gibt es denn gar keine Schwachstellen?

Doch. Weil immer weniger Tablets verkauft werden, verlieren auch deren Accessoires an Attraktivität. Das Segment "Tablet Accessoires" von Logitech verzeichnete einen Rückgang von knapp 30 Prozent. Doch dieser Bereich ist nur für 3,5 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich. Auch wurden weniger Kopfhörer verkauft als ursprünglich angenommen. Und: Im April übernahm Logitech Jaybird, einen Hersteller von Bluetooth-Kopfhörern. Dieser kämpft mit Lieferengpässen.

War dieses Resultat eine Eintagsfliege?

Die Strategie von Logitech – ein verstärkter Fokus auf mobile Accessoire wie Kopfhörer oder Lautsprecher – scheint aufzugehen. Das Wachstum ist nicht nur über mehrere Produktkategorien, sondern auch regional breit abgestützt. Gut möglich, dass auch weitere Übernahmen für Schub sorgen.

Wird nun die Dividende erhöht?

Über die Höhe der Ausschüttung an die Aktionäre wird erst nach Ablauf des gesamten Geschäftsjahrs entschieden. Das wird bei Logitech Anfang April. Mit den aktuellen Gewinnzahlen stehen die Chancen aber gut, dass Logitech-Aktionäre in den Genuss einer Dividendenerhöhung kommen – wie übrigens bereits im letzten Jahr. Derzeit wird pro Aktie 56 Rappen bezahlt (Dividendenrendite von 2 Prozent), doch verschiedene Marktbeobachter halten eine neuerliche Erhöhung auf bis zu 66 Rappen für möglich.

Soll ich die Aktie noch kaufen oder bin ich schon zu spät?

Auf steile Anstiege, wie sie die Logitech-Aktie am heutigen Mittwoch und bereits in den letzten Monaten hingelegt hat, folgt häufig eine Korrektur. Das könnte dann ein günstiger Einstiegspunkt sein. Denn bei Logitech stehen die Zeichen gut, dass eine solche Kursdelle von kurzer Dauer sein dürfte. Von der Bewertung her ist die Aktie kein Schnäppchen mehr. Auf Basis der aktuell höheren Gewinnprognosen kommt sie auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 20. Wichtige Marktstimmen wie die Bank Vontobel oder die Zürcher Kantonalbank glauben an weitere Avancen der Aktie. Analysten von Morgan Stanley raten hingegen zum Halten der Aktie, was auch heissen kann, dass keine Neuengagements eingegangen werden sollen. Klar ist: Zum Allzeithoch bei 42 Franken (Herbst 2007) bleibt noch einiges an Aufholpotenzial.

Die Aktie von Logitech im Verlauf der letzten 12 Monate

Quelle: cash.ch