Corona-Krise - US-Währungshüterin - «Wirtschaft nicht aus dem Schneider»

Die Erholung der US-Wirtschaft von der Corona-Krise kommt nach Ansicht einer führenden Währungshüterin nur schleppend in Gang.
28.08.2020 16:30
Unterlagen für eine Jobsuche, vor einer Bibliothek in Palm Beach, Florida.
Unterlagen für eine Jobsuche, vor einer Bibliothek in Palm Beach, Florida.
Bild: imago images / ZUMA Wire

Die Zunahme der Neuinfektionen habe die Wirtschaft auf diesem Weg gebremst, was auch an einer gedämpften Zahl von Neueinstellungen abzulesen sei, sagte die Chefin des Notenbank-Bezirks Cleveland, Loretta Mester, am Freitag dem Sender CNBC. Mit der Öffnung der Wirtschaft im dritten Quartal zeichne sich zwar wieder Wachstum ab. "Das bedeutet aber nicht, dass die Wirtschaft aus dem Schneider ist." Ihr Kollege Robert Kaplan von der Notenbank des Bezirks Dallas verwies gegenüber Bloomberg TV allerdings darauf, dass sich Konjunkturdaten der vergangenen Wochen besser entwickelt hätten.

Weiterhin grosse Sorgen

Dennoch bereitet insbesondere der Arbeitsmarkt den Währungshütern weiterhin grosse Sorgen. Die Corona-Krise hat Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen lassen. Auch wenn sich die Lage bereits gebessert hat, liegt die Arbeitslosenquote noch im prozentual zweistelligen Bereich. Kaplan geht davon aus, dass sie Ende des Jahres und damit nach der im November anstehenden Präsidentenwahl näher bei acht Prozent liegen wird - dies aber nur, wenn es keine grösseren Corona-Ausbrüche mehr gibt. Die Beschäftigungslage gilt als eine der wichtigsten Punkte, die die Wähler bei der Wahl mit ins Kalkül nehmen.

Am schwersten von der Pandemie

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist einer Reuters-Zählung zufolge um mindestens 45'115 auf 5,88 Millionen gestiegen. Die USA sind gemessen an der Zahl der positiven Corona-Tests weltweit am schwersten von der Pandemie betroffen.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte am Donnerstag bei der Vorstellung des Strategieschwenks der Fed darauf hingewiesen, dass es trotz der Konjunkturerholung Millionen von arbeitslos gewordenen Amerikanern beispielsweise in der Gastro- oder Reisebranche schwer haben dürften, wieder in Lohn und Brot zu kommen. Der Chef des Fed-Bezirks Philadelphia, Patrick Harker, erwartet, dass der Arbeitsmarkt noch "eine Zeit lang" brauchen wird, bis das Vorkrisenniveau erreicht ist. Derzeit bewege er sich "im Grunde seitwärts", sagte Harker CNBC.

(Reuters)