Credit Suisse besiegelt US-Hypothekenvergleich

Die Credit Suisse hat ihre grösste Altlast vom Tisch.
19.01.2017 06:57
Sitz des CS-Investmentbankings am Madison Square Park in New York.
Sitz des CS-Investmentbankings am Madison Square Park in New York.
Bild: cash

Die Grossbank besiegelte am Mittwoch den mit dem US-Justizministerium bereits kurz vor Weihnachten ausgehandelten Vergleich über unsaubere Geschäfte am US-Hypothekenmarkt. Insgesamt 5,3 Milliarden Dollar kosten das Institut die Tricksereien.

"Diese Summen spiegeln den immensen Bruch des öffentlichen Vertrauens wider, den Finanzinstitute wie die Credit Suisse begangen haben", erklärte Justizministerin Loretta Lynch. Die Vereinbarung dürfte der Bank 2016 Analystenschätzungen zufolge unter dem Strich einen Verlust von 2,5 Milliarden Franken einbrocken. Dennoch begrüsste die mitten in einem Konzernumbau steckende Zürcher Bank die Einigung.

Der Vergleich der Credit Suisse dürfte der letzte der Regierung Obama sein, denn am Freitag übernimmt Donald Trump das höchste Amt der USA. Der scheidende US-Präsident wollte die Banken zur Verantwortung ziehen für ihr Geschäftsgebaren, das mitschuldig an der Finanzkrise war. Damals wurden massenhaft Hypotheken an Hausbesitzer vergeben, die sich diese mit ihrem Einkommen nicht hätten leisten können oder kaum kreditwürdig waren. Banken kauften diese Kredite auf, bündelten und verpackte sie in Wertpapiere - sogenannte "Residential Mortgage Backed Securities (RMBS)" - und verkaufte sie an grosse Anleger weiter. Mit dem Einbruch des Häusermarktes verloren die Bonds massiv an Wert.

Falsche Angaben zu Papieren

Die Credit Suisse habe im Zeitraum von 2005 bis 2007 falsche Angaben zu den Papieren gemacht und damit einen milliardenhohen Schaden verursacht, erklärte das Justizministerium nun. Dem Institut sei dabei durchaus bewusst gewesen, dass es mit Anlagen hausierte, die durchfallen würden, erklärte Bill Baer von der Staatsanwaltschaft. Credit-Suisse-Mitarbeiter hätten die Kredite in Emails als "kompletten Mist" bezeichnet. "Danke, dass du dich durch dieses Chaos gearbeitet hast", schrieb ein Manager der Bank mit Bezug auf die Kredite an einen anderen. "Wenn das hilft, sieht es so aus, als ob wir mit dieser Transaktion einen Mordsgewinn machen werden."

Für die Fehler der Vergangenheit brummen die USA der Bank nun die höchste Strafe in der Schweizer Bankengeschichte auf. Als Geldbusse werden unmittelbar 2,48 Milliarden Dollar fällig. Darüber hinaus muss die Bank über einen Zeitraum von fünf Jahren Entschädigungszahlungen an Kunden von insgesamt 2,8 Milliarden Dollar leisten, indem sie ihnen etwa Schulden und Zinszahlungen erlässt oder erschwinglichen Wohnraum finanziert. Die Belastungen übersteigen die für den Fall gebildeten Rückstellungen von 550 Millionen Dollar bei weitem. Entsprechend legt Credit Suisse weitere rund zwei Milliarden Dollar beiseite, sodass die Bank 2016 wie bereits im Vorjahr tiefrote Zahlen schreiben dürfte.

Noch teurer kommt der Fall die Deutsche Bank zu stehen. Mit insgesamt 7,2 Milliarden Dollar müssen die Frankfurter die höchste Strafe schultern, die in der Sache je gegen eine einzelne Bank verhängt worden ist. Eine Reihe von US-Grossbanken haben ähnliche Vorwürfe bereits ausgeräumt, indem sie insgesamt 46 Milliarden Dollar bezahlt haben. Gegen anderen Institute wie Royal Bank of Scotland und die Schweizer UBS laufen die Untersuchungen weiter.

(Reuters)