Credit Suisse verschärft den Sparkurs

Die Credit Suisse beschleunigt aufgrund des anhaltend schwierigen Umfeldes an den Finanzmärkten ihre Restrukturierung. Die Zahl der abzubauenden Stellen wird entsprechend nach oben korrigiert.
23.03.2016 08:56
CS-CEO Tidjane Thiam baut sein Unternehmen weiter um.
CS-CEO Tidjane Thiam baut sein Unternehmen weiter um.
Bild: Bloomberg

Die Credit Suisse erhöht die Kostensenkungsziele und die Zahl der abzubauenden Stellen wird entsprechend nach oben korrigiert. Vor allem das Investment Banking (Global Markets) soll deutlich mehr und schneller abgebaut werden als bisher geplant.

Im Detail will die zweitgrösste Schweizer Bank laut einer Mitteilung vom Mittwoch bis 2018 die Kosten um rund 4,3 Mrd CHF senken, womit das bisherige Kostensenkungs-Ziel von 3,5 Mrd um 800 Mio CHF erhöht wird. Die Kostenbasis soll damit bis dahin auf unter 18 Mrd gedrückt werden, bisher war die Rede von 18,5 bis 19 Mrd CHF. Für das laufende Jahr will die Bank die Kosten brutto um 1,7 Mrd CHF senken (netto 1,4 Mrd), wobei die operative Kostenbasis mit 19,8 Mrd CHF angegeben wird.

6'000 Stellen fallen weg

In Bezug auf den Personalabbau heisst das: Neu sollen 2016 6'000 Stellen abgebaut werden, wobei bis dahin ein Abbau von 2'800 Arbeitsplätzen bereits umgesetzt ist. Bisher bzw. am 4. Februar bei der Präsentation der Q4-Zahlen war noch von 4'000 abzubauenden Stellen die Rede. Der Abbau soll vor allem im Bereich Global Markets erfolgen. Zu diesem Teil gehört das Geschäft mit Anleihen (Fixed Income), Währungen etc., in dem die CS traditionell sehr gross ist und das viel Kapital braucht.

Die Kombination aus einer hohen und unflexiblen Kostenbasis, der hohe Anteil von illiquiden Beständen im Bereich Fixed Income, historisch tiefe Kundenaktivitäten und die herausfordernden Marktbedingungen hätten zu enttäuschenden Resultaten geführt. In diesem Zusammenhang habe man sofort gehandelt und die Positionen, die mit der neuen Strategie nicht übereinstimmen würden, angepasst.

Erneute Abschreibungen in Q1

Nach Abschreibungen von 633 Mio USD im vierten Quartal 2015 sind im ersten Quartal 2016 (bis zum 11. März) nochmals 346 Mio USD dazugekommen. Die Umsätze seien in dieser Periode schwach geblieben und hätten sich entsprechend auf das Ergebnis ausgewirkt. So dürften die Handelserträge im Startsemester 2016 um rund 40 bis 45% unter dem Niveau des 1. Quartals 2015 ausfallen, heisst es.

"Unsere jüngste Performance hat gezeigt, dass zwei Schlüsselbereiche eine Herausforderung für die Credit Suisse bleiben: Die Fixkosten-Basis und die Grösse im Bereich Global Markets in den Regionen Americas und Europa", kommentiert CEO Tidjane Thiam.

Kleineres Investment Banking

Beschleunigt werden soll in diesem Zusammenhang der Abbau der sogenannten Risk Weighted Assets (RWA), und zwar auf 60 Mrd USD im laufenden Jahr von über 83-85 Mrd per Ende 2015. Auch das Leverage-Ziel (Bilanz) wird verschärft, und zwar auf 290 Mrd von bisher 380 Mrd USD per Ende 2016. Man habe das Geschäfts-Portfolio neu beurteilt und werde es weiter anpassen, so die Credit Suisse.

Das neu konfigurierte Geschäft soll dann weniger Eigenkapital brauchen und stabilere Erträge produzieren dank mehr Fokus auf Gebühren und Kundenaktivitäten, wie es heisst. In Zukunft würden die Aktivitäten in diesem Bereich auch mehr auf das Wealth Management und die Teile des Investmentbanking ausgerichtet, die weniger Kapital brauchen.

Bei der Vermögensverwaltung spricht die Bank von "guten Fortschritten" im ersten Quartal 2016. Es gab demnach einen Zufluss an Nettoneugeld für die Regionen APAC, IWM und Swiss UB von 3,6 Mrd, 7,1 Mrd bzw. 4,5 Mrd CHF im bisherigen Jahresverlauf.

Veräusserungen und weniger Investitionen

Als weitere Massnahmen will die Bank dieses Jahr Vermögenswerte und Geschäfte in der Grössenordnung von mindestens einer Milliarde CHF veräussern. Und ausserdem will die Bank die Kapitalisierung stärken, indem die Höhe der Investitionen, welche die Bank tätigen will, auf 1,0 Mrd von bisher 1,5 Mrd gesenkt wird. So wolle man dieses Jahr mit einer harten Kapitalquote (CET1 look-through) von 11-12% operieren, heisst es.

Nichts geändert wird am Plan zum Teil-Börsengang des Schweizer Geschäftes. Der Teil-IPO für die sogenannte Schweizer Universalbank im Jahr 2017 verlaufe nach Plan, heisst es.

Nach der Restrukturierung will die Bank in einer Position sein, in der sie "profitabel wachsen" und "Kapital generieren" kann.

An der Börsen stösst die beschleunigte Restrukturierung auf positive Resonanz. Vorbörslich werden die CS-Titel knapp 4% im Plus indiziert.

(AWP)