Credit Suisse will noch stärker sparen und senkt die Gewinnziele

Die CS hat einen Teil der Mittelfristziele in den Kernbereichen gesenkt. Bereits im März war eine beschleunigte Restrukturierung beschlossen worden, nachdem im Oktober 2015 eine neue Strategie formuliert wurde.
07.12.2016 07:19
Tidjane Thiam, CEO Credit Suisse.
Tidjane Thiam, CEO Credit Suisse.
Bild: cash

Die Gewinnziele wurden damals allerdings nicht angefasst. Anders aktuell: Grosse Veränderungen im Marktumfeld und mit Blick auf künftige politische Entwicklungen hätten die marktabhängigen Faktoren auf die Ziele negativ beeinflusst, heisst es in einer Mitteilung anlässlich des am (heutigen) Mittwoch in London anstehenden Investorentags.

Konkret wurde der bis 2018 angepeilte Vorsteuergewinn einzig für die Schweizer Bank (SUB) bei 2,3 Mrd CHF bestätigt. Für APAC sank das Ziel indes auf 1,6 Mrd CHF nach 2,1 Mrd und für International Wealth Management (IWM) auf 1,8 Mrd CHF nach 2,1 Mrd. In APAC sei das Ziel für die Vermögensverwaltung zwar unverändert bei 0,7 Mrd belassen, das Ziel für das Investment Banking jedoch nach unten angepasst worden - wegen tieferen Marktvolumen sowie geringerer Kapitalmarktaktivität, heisst es. Die Anpassung in IWM widerspiegle tiefere Performance Fees im Asset Management.

Kosten- und Personalreduktion in 2016 über Plan

Gut voran kommt die Bank mit ihren Sparmassnahmen im laufenden Jahr. Die Sparbemühungen im Geschäftsjahr 2016 hätten bisher signifikante Fortschritte gebracht und die operative Kostenbasis reduziert. Gleichzeitig sei in Wachstumsmärkte investiert und die Kontrollmechanismen verbessert worden. Die angestrebten Netto-Einsparungen von 1,6 Mrd CHF im laufenden Jahr dürften deshalb übertroffen werden, so die Bank.

Auch bezüglich Personalabbau ist die CS schneller unterwegs als geplant. Das für 2016 angepeilte Ziel von 6'000 Stellen dürfte deshalb übertroffen werden, ist den Präsentationsunterlagen von CEO Tidjane Thiam zu entnehmen. Per 4. Dezember sind bereits 6'050 Stellen abgebaut worden.

Das bis 2018 angestrebte operative Kostendach wird neu auf unter 17 Mrd CHF beziffert, bislang galt als Zielwert unter 18 Mrd. Das Ziel der Netto-Einsparungen wird gleichzeitig auf über 4,2 Mrd CHF angehoben, hier hatte bisher ein Wert von über 3,2 Mrd gegolten.

Über die nächsten Jahre geht die CS von einem Rückgang der Restrukturierungskosten aus. Sind für 2016 und 2017 noch je rund 600 Mio veranschlagt, soll sich der Betrag in 2018 auf 300 Mio CHF reduzieren.

Teil-IPO im Plan

Das Ziel für die harte Kernkapitalquote von mehr als 13% ab 2018 (vor Basel III), was 11,4% nach regulatorischen Verschärfungen entspreche, wird bestätigt. Und auch der angepeilte Abbau der risikogewichteten Aktiven (RWA) in Global Markets bis Ende 2018 wird beibehalten.

Die RWA in der Abwicklungseinheit (Strategic Resolution Unit, SRU) sollen bis 2019 derweil auf rund 30 Mrd USD sinken. Der Vorsteuerverlust soll bis 2019 auf 0,8 Mrd USD reduziert werden.

Der Teil-IPO der Swiss Universal Bank (SUB) bis Ende 2017 wurde indes bestätigt.

Die vor einem Jahr angestossene Strategie funktioniere, und ab 2018 würden die Früchte der Massnahmen erwartet, heisst es. Ein Kernanliegen sei es, die Bank profitabler und widerstandsfähiger zu machen. Bereits jetzt seien grosse Fortschritte in der Kostensenkung gemacht und gleichzeitig in Wachstumsbereiche investiert worden.

(AWP)