CS-Aktie trotz durchzogenen Zahlen im Hoch

Die Credit Suisse hat im Geschäftsjahr 2012 einen Gewinn von 1,48 Milliarden Franken erzielt. Analysten hatten mit einem höheren Ertrag gerechnet. Die Aktie hat ins Plus gedreht.
07.02.2013 11:07
Von Pascal Meisser
Die Aktie der Credit Suisse büsst am Donnerstag an Wert ein.
Die Aktie der Credit Suisse büsst am Donnerstag an Wert ein.
Bild: Bloomberg

Auch der Reingewinn der Credit Suisse für das vierte Quartal 2012 verfehlte mit 397 Millionen Franken die Erwartungen klar. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Plus von 645 Millionen Franken gerechnet. Im Vorquartal hatte die CS noch einen Gewinn von 254 Millionen Franken erzielt. 

Damit summiert sich der CS-Jahresgewinn auf 1,48 Milliarden Franken. Das liegt unter den Erwartungen der Analysten, die von einem Jahresertrag von 1,7 Milliarden Franken ausgegangen waren. Gegenüber dem Vorjahr sank jedoch der Gewinn um fast 25 Prozent. 2011 hatte die Credit Suisse noch 1,95 Milliarden Franken verdient. 

Die Aktie reagiert auf diese Zahlen mit einem Achterbahn-Kurs: Nach anfänglichen Verlusten von bis zu 1 Prozent kletterte der Titel auf ein Plus von über zwei Prozent. Mit einem Gewinn von 23 Prozent gehören die Titel noch immer zu den besten Aktien im SMI im laufenden Jahr.

Wertberichtigungen belasteten

Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch Wertberichtigungen auf eigenen Schulden, die das Vorsteuerergebnis der Credit Suisse um 2,9 Milliarden Franken schmälerten. 

Für 2013 schlägt die Credit Suisse eine unveränderte Dividende von 75 Rappen vor. Davon sollen 10 Rappen als Bardividende und 65 Rappen in Aktien ausgeschüttet werden. 

Bereits am Dienstag hatte die Konkurrentin UBS die Jahreszahlen 2012 bekanntgegeben. Die grösste Schweizer Bank erlitt einen Jahresfehlbetrag von 2,5 Milliarden Franken. In die roten Zahlen getrieben wurde die UBS die 1,4 Millarden Franken teure Busse im Libor-Skandal, die der UBS kurz vor Weihnachten aufgebrummt wurde. Dazu kamen hohe Restrukturierungskosten sowie die Neubewertung eigener Verbindlichkeiten. 

Fortschritte bei der Kostenreduktion

Das Private Banking & Wealth Management (PB&WM) erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Nettoertrag von 3,33 (VQ 3,33) Mrd CHF und einen Vorsteuergewinn von 911 (936) Mio. Der Nettoertrag sei im Vergleich zum Vorjahresquartal nahezu unverändert, da den deutlich höheren transaktionsabhängigen Erträgen tiefere sonstige Erträge gegenüberstanden. Die Bruttomarge blieb stabil auf 110 Basispunkte.

Das Investment Banking seinerseits erzielte bei einem Nettoertrag von 2,66 (3,18) Mrd CHF einen Vorsteuergewinn von 298 (483) Mio. Den Angaben zufolge sanken die Erträge im Anleihengeschäft gegenüber dem dritten Quartal um 38% und die Erträge aus dem Aktienhandel um 7%. Die risikogewichteten Aktiven unter Basel 3 nahmen um 23% seit dem vierten Quartal 2011 ab.

Dem Private Banking & Wealth Management strömten im letzten Jahresviertel insgesamt neue Kundengelder im Umfang von netto 6,8 Mrd CHF zu. Per Ende Jahr verwaltete die Bank Vermögen im Umfang von Mrd CHF 1'251 verglichen mit ebenfalls 1'251 Mrd CHF per Ende September. Von AWP befragte Analysten hatten mit Verwalteten Vermögen in der Höhe von 1'274 Mrd CHF gerechnet. 

Wie die Bank ausserdem mitteilte, macht sie bezüglich Kostenreduktion weitere Fortschritte. Die Kostenbasis wurde 2012 um 2,0 Mrd CHF gesenkt. Das Kostensenkungsziel bis Ende 2015 wurde auf 4,4 Mrd von bisher 4,0 Mrd CHF ausgeweitet.

Zufrieden mit Start ins 2013

Mit dem Start ins neue Geschäftsjahr zeigt sich das CS-Management zufrieden. "Die Ertragsentwicklung zum Jahresauftakt 2013 war erfreulich, vergleichbar mit den Vorjahren," wird CEO Brady Dougan in der Mitteilung zitiert. Zudem würden sich die 2012 eingeleiteten strategischen Massnahmen - also die Stärkung der Kapitalbasis sowie die deutliche Risiko- und Kostenreduktion - positiv auf unsere Profitabilität auswirken.

Ferner schlägt die Bank an der kommenden Generalversammlung die Zuwahl von Kai S. Nargolwala in den Verwaltungsrat vor. Er ist Chairman von Clifford Capital, einer von Singapurs Regierung unterstützten Gesellschaft zur Finanzierung von Auslandsprojekten von Unternehmen aus Singapur. Von 2008 bis 2010 war er Mitglied der Geschäftsleitung der Credit Suisse Group und CEO der Region Asia Pacific sowie von 2010 bis 2011 Non-Executive Chairman der Region Asia Pacific der Credit Suisse.

Der Verwaltungsrat wird zudem zwei bestehende Mitglieder zur Wiederwahl vorschlagen: Jassim Bin Hamad J.J. Al Thani und Noreen Doyle. Robert H. Benmosche, Aziz R.D. Syriani und David W. Syz treten dagegen an der Generalversammlung 2013 aus dem Verwaltungsrat aus.