CS gegen UBS: Wer erreicht die Milliarde?

Die beiden Schweizer Grossbanken präsentieren diese und nächste Woche ihre Zahlen für das dritte Quartal. Vor allem ein Institut dürfte am erhofften Milliardengewinn vorbeischiessen.
22.10.2013 14:27
Der Paradeplatz in Zürich: Treffpunkt der Banker.

Bei beiden Banken wird das Investmentbanking im Fokus stehen, wie Branchenanalyst Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sagt: "Wie bei den amerikanischen Grossbanken zu sehen war, gestaltete sich das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren im letzten Quartal eher schwierig."

Während die UBS seit Ende 2011 ihr Investment-Banking stark reduziert, hält die CS an dieser Sparte fest. Möglich seien aber auch bei der CS gewisse Veränderungen, sagt Venditti.

Der Markt erwarte Neuigkeiten: "Es gibt Gerüchte, dass Teile des Zinsengeschäfts reduziert werden, weil dieses vergleichsweise kapitalintensiv ist und tiefe Renditen generiert", sagte der ZKB-Analyst.

Auf diese Weise könnte die CS Kapital freisetzen. Obwohl die CS im Vorjahr eine Kapitalerhöhung vorgenommen habe, stehe sie im Vergleich mit anderen globalen Grossbanken von der Kapitalausstattung her eher im hinteren Mittelfeld.

Restrukturierungskosten

Venditti erwartet für die CS einen Reingewinn von 764 Mio. Fr. und einen Vorsteuergewinn von 1,057 Mrd. Franken. Dabei dürften etwa 125 Mio. Fr. Restrukturierungskosten auf den Ergebnis lasten: Ein schrittweise auf 4,4 Mrd. Fr. erhöhtes Sparziel kostet im Konzern Stellen, was wiederum Zahlungen an die Betroffenen bedingt.

Andere Einschätzungen sehen einen CS-Reingewinn ebenfalls zum Teil deutlich unter einer Milliarde. Einen Einfluss auf die Ergebnisse wird wie üblich die Bewertung der eigenen Schuldtitel haben: Je besser diese ist, desto mehr drückt sie auf den Gewinn.

Auch die UBS liegt aus Analystensicht unter der Milliardengrenze. Sie dürfte vom durchwachsenen Quartal für festverzinsliche Papiere aber weniger betroffen sein, denn im Zusammenhang mit der Konzentration auf die Vermögensverwaltung ist sie mehr im Aktienhandel verankert, wie Analyst Matt Spick von der Deutschen Bank schreibt.

Standbein Vermögensverwaltung

Beide Banken dürften insgesamt davon profitieren, dass sie die Milliarden wohlhabender Menschen rund um die Welt verwalten. Die Margen in diesem Geschäft sind laut Spick gut. Zudem nehme der private Reichtum vor allem in den Schwellenländern nach wie vor zu.

Umgekehrt spüren beide Banken die immer noch verbreitete Zurückhaltung der Kunden bei Handelsaufträgen sowie die Auswirkungen des starken Frankens. Bei der CS werde interessiere, ob sie sie die Kosten in der Vermögensverwaltung besser in den Griff bekommen habe, sagt ZKB-Experte Venditti.

CS im Steuerstreit

Bisher wenig bekannt ist über die Situation der CS im Steuerstreit mit den USA. Die Bank gehört zu 14 Banken (bzw. 13 ohne die Bank Frey, die letzte Woche die Aufgabe ihrer Banktätigkeit ankündigte), die nicht am Programm zur des US-Justizdepartments zur Bereinigung der Vergangenheit teilnehmen können und einzeln verhandeln. Die UBS hat ihren Konflikt mit den US-Behörden bereits 2009 beigelegt.

In den vergangenen Wochen drangen kaum Neuigkeiten zu den Verhandlungen der CS mit den US-Behörden nach aussen. Für die Beobachter ist dies ein Indiz, dass zum Quartalsabschluss keine Neuigkeiten zu diesem Thema kommen. Unter Experten scheint aber klar zu sein, das die CS eine hohe Busse wird zahlen müssen.

(SDA)