CS senkt wegen Frankenstärke die Kosten

Die Credit Suisse reagiert mit einem Maßnahmenpaket auf die massive Franken-Aufwertung und Strafzinsen der SNB. Der Aktienkurs steigt vorbörslich.
12.02.2015 08:24
Mehr CS-Arbeitsplätze sollen ins Ausland verschoben werden.
Mehr CS-Arbeitsplätze sollen ins Ausland verschoben werden.
Bild: Bloomberg

So sollen die Boni um 75 Millionen Franken gekürzt und die Kosten um 200 Millionen Franken gedrückt werden, wie die zweitgrösste Bank der Schweiz am Donnerstag mitteilte. Mehr Arbeitsplätze sollen ins Ausland verschoben werden. Die Aufgabe der Anbindung des Franken an den Euro habe aber auch positive Auswirkungen. Credit Suisse rechnet unter anderem wegen eines steigenden Handelsvolumens bei Devisen mit zusätzlichen Erträgen von bis zu 100 Millionen Franken.

Der Finanzkonzern hat 2014 einen Reingewinn von 2,105 Milliarden Franken erzielt. Das ist weniger als im Vorjahr. Damals schrieb die Bank 2,326 Mrd. Fr. Gewinn. Dennoch übertrifft die CS die Analystenschätzungen. Diese hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Im Vermögensverwaltungsgeschäft ging der Vorsteuergewinn auf 2,1 Mrd. Fr. zurück. 2013 wurden in dieser Sparte noch 3,2 Mrd. Fr. Gewinn erzielt. Vor allem das zweite Quartal zog den Gewinn dieser Sparte nach unten. Damals legte die Credit Suisse den Steuerstreit mit den US-Behörden mit einer Rekordbusse bei.

Im vierten Quartal 2014 hat die CS die Erwartungen der Analysten auf Konzernstufe hingegen übertroffen. Die Grossbank weist für die Berichtsperiode einen Reingewinn von 921 Mio CHF aus nach einem Verlust von 476 Mio im Vorjahr. Der Vorsteuergewinn beträgt 1'178 Mio CHF nach einem Verlust von 529 Mio, teilte die CS am Donnerstag mit. Für das Gesamtjahr 2014 weist die Bank einen Gewinn von 2,11 Mrd CHF aus nach 2,33 Mrd 2013. Der Geschäftsertrag lag bei 6'376 Mio.

Vorbörslich liegen die Titel der CS um 0,76 Prozent im Plus.

Investmentbank fällt ab

In der Sparte Investmentbanking verbuchte die Bank für das Schlussquartal einen Vorsteuergewinn von 12 Mio nach einem Verlust von 40 Mio CHF und verfehlte damit die Schätzungen deutlich. In der Sparte PB&WM verfehlte sie mit einem Vorsteuergewinn von 882 Mio ebenfalls klar die Schätzungen. In der Sparte erlitt die Bank ausserdem einen Nettoneugeld-Abfluss von 3,0 Mrd CHF.

Bezüglich Kapitalisierung machte die Bank leichte Fortschritte: Die harte Kernkapitalquote (CET1 nach Basel III) verbesserte sich auf 10,2% von 9,8% Ende September. Beim Sparprogamm waren die Fortschritte ebenfalls relativ bescheiden. Der Stand liegt neu bei 3,5 Mrd CHF, bei einem anvisierten Ziel bis 2015 von über 4,5 Mrd CHF bzw. einem Stand von 3,6 Mrd CHF per Ende September. Ein zusätzliches Kostenprogramm von 200 Mio CHF sei zudem angestrebt, hiess es.

Bezüglich Ausblick 2015 zeigt sich die Bank verhalten optimistisch. "Die seit Jahresbeginn verzeichnete Profitabilität der Gruppe steht im Einklang mit den Vorjahreszahlen", so Konzernchef Dougan in der Mitteilung. Die Ergebnisse im Private-Banking-Geschäft sowie im Aktien- und Anleihengeschäft hätten sich in den letzten Wochen verbessert. Das Emissions- und Beratungsgeschäft habe sich dagegen etwas schwächer entwickelt, insbesondere wegen der Marktvolatilität. "Allerdings ist die Auftragslage in diesen Bereichen gut - wie rasch diese Transaktionen umgesetzt werden, hängt jedoch von den Marktbedingungen ab", so der Konzernchef weiter.

SNB-Entscheid abfedern

Die Bank hat auch Massnahmen getroffen, welche die Auswirkungen des veränderten Währungs- und Zinsumfelds "bis Ende 2017 mehr als wettmachen sollen". Die Auswirkung auf den Vorsteuergewinn werden (illustratig) am Beispiel 2014 mit 125 Mio bis 175 Mio beziffert, bzw. 3% unter Berücksichtigung der für 2015 geplanten Massnahmen zur Minderung der Auswirkungen, einschliesslich zusätzlicher Kosteneinsparungen von 200 Mio CHF.

Neue Massnahmen würden zudem ergänzt durch Wachstumsinitiativen im Private Banking & Wealth Management und durch weitere Kosteneinsparungen für die Gruppe, heisst es. Dies im Rahmen des Kostensenkungsprogramms von 2011, durch das bereits eine Kostenreduktion von 3,5 Mrd CHF per Ende 2014 gegenüber der auf ein Jahr hochgerechneten Kostenbasis für das erste Halbjahr 2011 erzielt worden sei.

Dividende stabil

Die Credit Suisse will die Ausschüttung an ihre Aktionäre stabil halten. Für 2014 peilt die Grossbank ebenso wie im Vorjahr eine Zahlung von 0,70 Franken je Titel an. Die Aktionäre können die Dividende, die den Reserven aus Kapitalanlagen entnommen wird, auch in Form neuer Aktien beziehen.

Viele Analysten hatten damit gerechnet, dass Credit Suisse die Ausschüttung kürzen könnte. Die UBS will seine Dividende auf 0,50 Franken zuzüglich einer einmaligen Sonderzahlung von 0,25 Franken von zuvor insgesamt 0,25 Franken erhöhen.

Bonustopf wird kleiner

Weniger üppig fielen im vergangenen Jahr die Boni aus. Die variablen leistungsbezogenen Vergütungen fielen insgesamt um 9 Prozent tiefer aus als im Vorjahr, wie die Credit Suisse mitteilte.

Hauptgrund ist die Belastung aus der Zahlung von 2,8 Mrd. Dollar im US-Steuerstreit, wie aus dem Communiqué hervorgeht. In diesem Zusammenhängen hätten sich überdies Verwaltungsrat und Geschäftsleitung freiwillig zu einer Kürzung ihrer Vergütung bereit erklärt, hiess es.

Demnach wurde die Gesamtvergütung des Verwaltungsrates um rund 25 Prozent reduziert. Und die Boni der Mitglieder der Geschäftsleitung wurden gegenüber dem vorgesehenen Betrag um 20 Prozent verringert.

(AWP/SDA/Reuters/cash)