CS und UBS ziehen SMI ins Minus

Kräftige Kursverluste der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS haben die Schweizer Börse am Mittwoch belastet.
16.03.2016 17:42
Der SMI gibt am Mittwoch nach.
Der SMI gibt am Mittwoch nach.
Bild: cash

Der SMI sank um 0,5 Prozent auf 7916 Punkte. Am Vortag hatte sich der Leitindex um 0,8 Prozent ermässigt. Die Anleger beschränkten sich nach Angaben von Börsianern vor der Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank Fed am Abend und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Donnerstagmorgen auf Spezialsituationen. "Der Gesamtmarkt zeigt sich daher recht ruhig", sagte ein Händler. Vor allem vor den Zinsbeschlüssen der Fed traue sich kaum jemand aus der Deckung. Die Veröffentlichung von US-Inflationsdaten fand daher laut Händlern kaum Beachtung. "Die Zahlen wurden weitgehend ignoriert."

Analysten rechnen nicht mit einer Zinserhöhung in den USA. Doch könnte die Fed die Gelegenheit nutzen, die Anleger auf weitere Zinserhöhungen im Laufe des Jahres einzustimmen, hiess es. Die Notenbank wird ihre Entscheidung gegen 19:00 Uhr (MEZ) bekanntgeben. Ab 19:30 Uhr erläutert Fed-Chefin Janet Yellen die Beschlüsse vor der Presse. Analysten erwarten auch von der SNB keine Überraschungen.

Im Mittelpunkt standen die Aktien der Grossbanken: Credit Suisse fielen 4,9 Prozent. Händlern zufolge hat Finanzchef David Mathers seine Präsentation auf einer Bankenkonferenz von Morgan Stanley kurzfristig abgesagt. Das nähre Spekulationen über bevorstehende negative Nachrichten der Bank, sagten Börsianer. Credit Suisse wollte sich dazu nicht äussern.

Die Anteile von Rivale UBS büssten knapp fünf Prozent ein. Konzernchef Sergio Ermotti stimmte die Anleger auf ein durchwachsenes erstes Quartal ein. Das schwierige Umfeld habe sich angesichts niedriger Zinsen und anhaltender Marktvolatilitäten fortgesetzt, sagte er am Mittwoch auf der MS-Bankenkonferenz. In der Vermögensverwaltung hielten sich viele Kunden daher weiterhin zurück. Auf eine Sonderdividende für 2016 dürfen die Aktionäre nicht hoffen.

Analysten gehen davon aus, dass die Branche in dem für Handelsbanken wichtigen ersten Quartal einen Einnahmenrückgang um rund 15 Prozent verbuchen dürfte.

Mehrheitlich zu tieferen Kursen gehandelt wurden die Anteile zyklischer Firmen. SGS waren am Tag der Dividendenzahlung um 0,1 Prozent oder 1 Franken tiefer. Der Inspektionskonzern schüttet 68 Franken Dividende je Aktie aus.

Die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch verloren gut 1 Prozent. Die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim gaben am Tag vor dem Jahresbericht 2,3 Prozent nach.

ABB fester

Gegen den Trend fester waren ABB. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns profitierten von einer Kaufempfehlung des Brokers Liberum und stiegen um 2,2 Prozent.

Die Clariant-Aktien fielen um 0,4 Prozent. Credit Suisse hat den Chemiekonzern von der "Most Favored Materials Promotion List" gestrichen.

Von den als krisensicher geltenden Index-Schwergewichten waren die beiden Pharmawerte Novartis und Roche leichter. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle legten 0,6 Prozent zu.

Am breiten Markt brachen die Aktien von Aryzta 11,9 Prozent ein. Die Anleger nahmen den Verkauf eines grossen Aktienpakets durch Konzernchef Owen Killian nicht gut auf. Ein Insider-Verkauf hinterlasse immer einen schalen Nachgeschmack, hiess es.

Ein enttäuschendes Ergebnis schickte Von Roll auf Talfahrt. Die Aktien des Isolatoren-Herstellers sackten 11,8 Prozent ab. Von Roll will sich mit einer Wandelanleihe 150 Millionen Franken holen, um damit eine im Herbst fällige Anleihe zu refinanzieren.

Tecan legten 7,5 Prozent zu. Die Aktien des Laborausrüsters erholten sich vom Kurseinbruch am Vortag nach einem mit Enttäuschung aufgenommenen Jahresbericht.

Forbo stiegen um 3,6 Prozent auf 1165 Franken. Vontobel hat das Kursziel für die Aktien des Belag- und Klebstoffherstellers auf 1350 von 1300 Franken erhöht.

(Reuters)