CS warnt vor Wettbewerbsnachteil durch Negativzinsen

Die Credit Suisse fürchtet Wettbewerbsverzerrungen durch die Strafzinsen in der Schweiz.
19.09.2016 14:05
Filiale der Credit Suisse am Bundesplatz in Bern.
Filiale der Credit Suisse am Bundesplatz in Bern.
Bild: cash

Das könne für Schweizer Banken längerfristig zu einem Nachteil werden, wenn sie im Wettbewerb mit Instituten stehen, die von der Strafgebühr weniger betroffen sind, sagte der Chef der Credit-Suisse-Schweiz-Tochter, Thomas Gottstein, am Montag auf einer Pressekonferenz. "Weil irgendwann werden andere Marktteilnehmer in den Markt kommen, die keine Passivgelder in Schweizer Franken haben, entweder ausländische Banken oder Pensionskassen oder Versicherer, die anfangen, uns auf der Kreditseite das Leben noch schwerer zu machen. Da haben wir dann schon ein Problem."

Zwar könnten die Schweizer Banken kurzfristig mit den rekordhohen Strafzinsen leben und hätten Verständnis für die Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). "Aber es ist sicher mittel- bis langfristig kein wünschenswerter Zustand." Die Zentralbank will den aus ihrer Sicht überbewerteten Franken unattraktiv machen und erhebt auf bei ihr geparkte Gelder ab einer gewissen Freigrenze eine Strafgebühr von 0,75 Prozent. Davon sind vor allem jene Banken betroffen, bei denen Kunden hohe Barsummen in Franken horten. In der Euro-Zone liegt der Strafzins bei 0,4 Prozent.

Einige Schweizer Banken spielen mit dem Gedanken, die Negativzinsen bei einer Verschärfung durch die Notenbank an Privatsparer weiterzugeben. Auch die Credit Suisse hatte das nicht ausgeschlossen. Grossanleger müssen bereits Gebühren bezahlen.

(Reuters)