Cyber-Kriminalität - Ermittlungen und Prozesse rund um Bitcoin & Co.

Krypto-Währungen wie Bitcoin werden mehr und mehr für Kriminelle interessant. Vor allem 2017 gab es viele llegale Machenschaften. Ein Überblick.
25.11.2017 12:52
Ermittlungen und Prozesse rund um Bitcoin & Co.
Bild: Pixabay

In Internet-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum sehen einige Experten die Zukunft des Zahlungsverkehrs. Sie verweisen auf den Vorteil, Geld ohne den Umweg über eine Bank in sekundenschnelle von einem Ende der Welt ans andere zu schicken.

Dadurch werden diese Krypto-Währungen aber auch für Kriminelle interessant. Nachfolgend eine Übersicht zu illegalen Machenschaften, für die Bitcoin & Co. benutzt wurden.

Oktober 2017 - Ein Software-Programmierer wird zu 16 Monaten Haft verurteilt. Er soll der illegalen Bitcoin-Börse Coin.mx dabei geholfen haben, ihre Aktivitäten zu verschleiern. Deren Betreiber Anthony Murgio war zuvor bereits zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dem Murgio-Urteil zufolge wurden über Coin.mx Lösegeld-Zahlungen für Hacker-Angriffe abgewickelt. Bei solchen Attacken sperrt eine Schad-Software den Zugang zur PC-Festplatte. Die Hacker fordern meist eine Zahlung in Bitcoin, um die Daten wieder freizugeben. Im Frühsommer 2017 legten ähnliche Programme "WannaCry" und "Petya" die Rechner zahlreicher Großkonzerne lahm.

Oktober 2017 - Der russische Staatsbürger Alexander Winnik klagt gegen seine Auslieferung an die USA durch Griechenland. Die US-Behörden werfen ihm vor, der Kopf eines Geldwäscherrings zu sein, der mit Hilfe von Bitcoin vier Milliarden Dollar verschoben hat. Winnik bestreitet dies. Er war während eines Urlaubs in Griechenland verhaftet worden. US-Ermittler verdächtigen Winnik zudem, beim Zusammenbruch der damals weltgrößten Bitcoin-Börse Mt.Gox 2014 die Finger im Spiel gehabt zu haben.

Juli 2017 - Das US-Justizministerium schließt mit internationaler Mithilfe AlphaBay. Die Webseite galt als größter Online-Marktplatz im sogenannten Darkweb. In dem schwer kontrollierbaren Netz sollen täglich Drogen, Waffen und Hacker-Software im Volumen von mehreren hunderttausend Dollar den Besitzer gewechselt haben. Im Rahmen der Razzien wird der mutmaßliche Gründer von AlphaBay, der Kanadier Alexandre Cazes, in Thailand verhaftet. Dem FBI zufolge war AlphaBay zehn Mal so groß wie Silk Road, ein 2013 geschlossener Online-Schwarzmarkt.

Juli 2017 - Der Chef der 2014 zusammengebrochenen japanischen Bitcoin-Börse Mt. Gox plädiert im Prozess um angebliche Veruntreuung auf nicht schuldig. Die Behörden werfen dem Franzosen Mark Karpeles vor, umgerechnet 2,6 Millionen Euro an Kundengeldern auf sein persönliches Konto transferiert zu haben. Außerdem habe er Umsätze auf seinem Mt.Gox-Konto fingiert. Die damals weltgrößte Bitcoin-Börse war nach dem Verlust von 650.000 Bitcoin in die Insolvenz geschlittert.

März 2017 - Behörden verhaften einen Teenager unter dem Vorwurf fingierter Bombendrohungen gegen zahlreiche jüdische Einrichtungen. Strafverfolger aus den USA und Israel werfen dem 18-Jährigen vor, seine Dienste im Darknet angeboten und damit etwa 240.000 Dollar in Bitcoin verdient zu haben.

November 2016 - Einem Zeitungsbericht zufolge wurden Kunden der Liechtensteiner Valartis-Bank erpresst. Sie sollten zehn Prozent ihres Guthaben in Bitcoin Zahlen, sonst würden Daten an Finanzbehörden und Medien weitergeleitet. Zuvor hatten sich Hacker Zugang zu den Systemen des Geldhauses verschafft.

(Reuters)