Danke, Ben! US-Firmen sparen 700 Milliarden Dollar

Die US-Notenbank hält vorerst an ihrer Politik des billigen Geldes fest. Davon profitieren auch weiterhin vor allem die amerikanischen Unternehmen.
19.09.2013 08:21
Lorenz Burkhalter
Hilft Unternehmen mit seiner Politik des billigen Geldes Zinskosten in Milliardenhöhe zu sparen: US-Notenbankchef Ben Bernanke.

Der amerikanische Aktienmarkt reagierte Mittwochnacht mit einem Kurssprung auf den Entscheid der US-Notenbank, welche die Politik des billigen Geldes ungebremst fortsetzen will. Und das nicht ohne Grund. Gemäss Berechnungen von Bloomberg entfallen Firmen dadurch Zinskosten von nicht weniger als 700 Milliarden Dollar.

Über die vergangenen vier Jahre sind die Zinsen für Unternehmensanleihen von 6,14 auf durchschnittlich 4,6 Prozent gefallen. Alleine dadurch müssen Firmen für jede geliehene Milliarde Dollar jährlich um die 15 Millionen Dollar weniger Zinsen bezahlen.

Bloomberg zufolge haben nicht weniger als 2000 amerikanische Unternehmen vom vorteilhaften Zinsumfeld Gebrauch gemacht und Anleihen im Gegenwert von 5,16 Billionen Dollar aufgenommen. Gleichzeitig haben Firmen wie Apple oder Verizon Communications mit Anleihenemissionen in zweistelliger Milliardenhöhe neue Massstäbe gesetzt.

Geldpolitischer Kurswechsel der US-Notenbank nicht vom Tisch

Geholfen hat die Tiefzinspolitik und das mittlerweile 3 Billionen Dollar schwere Anleihenrückkaufprogramm der US-Notenbank auch finanziell angeschlagenen Unternehmen. Gemäss Bloomberg ist der Anteil der zahlungsunfähigen Firmen mit schlechten Bonitätsnoten von 13 Prozent im Jahr 2009 auf zuletzt weniger als 3 Prozent gefallen. Das dürfte indirekt auch den kreditgebenden Banken oder Investoren aus der Private Equity Industrie geholfen haben.

Nach der Bekenntnis der US-Notenbank zu einer Fortsetzung der Politik des billigen Geldes von Mittwochnacht dürften amerikanische Firmenlenker erst einmal aufatmen. Ein geldpolitischer Kurswechsel ist in den USA allerdings noch nicht vom Tisch.

Beobachter gehen davon aus, dass die US-Notenbank schon anlässlich des nächsten Treffens des Offenmarktausschusses eine Reduktion des Rückkaufprogramms für amerikanische Staatsanleihen und verbriefte Hypothekarschulden beschliesst. Spätestens dann drohen den Unternehmen auch wieder höhere Finanzierungskosten.