stock alert

Das Comeback der Comet-Aktie

Nach schwierigen Monaten hat sich die Comet-Aktie seit Mitte Februar prächtig entwickelt. Ob das Technologie-Unternehmen die erreichten Höhen halten kann, ist allerdings fraglich.
13.07.2016 14:16
Von Ivo Ruch
Der Hauptsitz der Comet-Gruppe in Flamatt, Kanton Freiburg.
Der Hauptsitz der Comet-Gruppe in Flamatt, Kanton Freiburg.
Bild: ZVG

Wer zu nahe an die Sonne fliegt, droht abzustürzen: Auch die Comet-Aktie konnte sich dem harzigen Jahresanfang an der Schweizer Börse nicht entziehen, im Februar sank sie auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr.

Doch anders als ein Grossteil des Schweizer Aktienmarkes erholte sich das Technologieunternehmen seither stark, wie der folgende Chart zeigt. Von 562 Franken stieg der Titel auf aktuell 802 Franken, was einer Performance von 43 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Der Swiss Performance (SPI) kommt in der Periode bloss auf ein Plus 14 Prozent.

Auf Aufstieg folgt Fall folgt Aufstieg: Die Comet-Aktie in den letzten 12 Monaten (Quelle: cash.ch)

Den jüngsten Kurssprung machte die Comet-Aktie nach der Publikation erster Angaben zu den Halbjahreszahlen: Der Umsatz wuchs um 15 Prozent, die EBITDA-Marge entwickle sich nach Plan und der Reingewinn liege deutlich über dem Vorjahreswert, gab das Management vor einer Woche bekannt. Am 18. August 2016 steht die Publikation der detaillierten Halbjahreszahlen an.

Damit scheint Comet jene Stimmen zu bestrafen, die nach den Jahreszahlen für 2015 erste Kratzer an der Erfolgsgeschichte feststellten. Der Börsenwert von Comet hatte sich zwischen 2010 und 2015 mehr als versechsfacht. Doch im März musste die Herstellerin von Röntgenmodulen die Gewinnprognosen senken.

Comet, ein Technologie-Vorreiter

Ein wichtiger Grund, weshalb Comet an der Börse so schnell wieder auf die Beine kam, sind die langfristigen Aussichten. Gerade die neuartige "ebeam"-Technologie setzt viel Hoffnung frei. Das Entkeimungsverfahren hilft beispielsweise bei der Sterilisierung von Getränkeverpackungen. Doch bevor dieser Geschäftsbereich zum Wachstumstreiber wird, fallen zuerst noch Entwicklungskosten an. "ebeam" war einer der Gründe, wieso CEO Ronald Fehlmann im März die Gewinnaussichten senken musste.

Auch in den anderen zwei Geschäftsbereichen, Röntgen und Hochfrequenz, gehört Comet zu den innovativsten Unternehmen der Welt. Die High-Tech-Komponenten kommen unter anderem in der Automobil- und Luftfahrtbranche sowie in der Chipherstellung zum Einsatz – allesamt Industrien mit grossem Zukunftspotenzial.

Ebenfalls an die Fortsetzung der kometenhaften Erfolgsstory glauben mehrere Grossinvestoren. Im Mai gab die Haldor Foundation mit Sitz in Vaduz bekannt, über Tringle Investment in Singapur einen Anteil von 10 Prozent an Comet zu halten. Auch das Asset Management von Pictet und der amerikanische Hedgefonds Artisan Partners halten mehr als 5 Prozent der Aktien.

Unterschiedliche Expertenmeinungen

Die Analystenschar ist sich uneins, wie es mit der Comet-Aktie nach dem jüngsten Höhenflug weitergeht. Auf der einen Seite steht die Bank Vontobel, die mit einem Kursziel von 940 Franken noch mehr als 17 Prozent Aufwärtspotenzial sieht. "Die jüngsten positiven Branchennachrichten seitens der Hersteller von Halbleiterausrüstungen deuten auf eine Verbesserung der Marktumfelds hin und Zulieferer wie Comet profitieren davon", schrieb Analyst Michael Foeth in einem Kommentar.

Dem gegenüber stehen die zurückhaltenden Prognosen von Baader Helvea (Kursziel 675 Franken) und der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Sie erwartet für das Gesamtjahr eine EBITDA-Marge von 12 Prozent. Klar ist: Der Titel ist kein Schnäppchen mehr: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2017 wird von ZKB mit hohen 28,5 angegeben.

Sportlich sind auf alle Fälle die mittelfristigen Ziele von Comet. Bis 2020 wird ein Umsatz von rund 500 Millionen Franken (2015: 282,3 Millionen) bei einer EBITDA-Marge von 16 bis 18 Prozent (2015: 12,7 Prozent) angestrebt.