Das eigentliche Risiko für den US-Aktienmarkt

Viele Gefahren drohen dem amerikanischen Aktienmarkt. Eine US-Bank sieht aber noch ein ganz anderes Risiko.
17.06.2014 08:24
Von Lorenz Burkhalter
Dämpft die US-Notenbank bald die Partylaune?
Dämpft die US-Notenbank bald die Partylaune?
Bild: freeimages

Zuerst die gute Nachricht: Vergangene Woche floss so viel Kapital in US-Aktienfonds wie seit langem nicht mehr. Selbst die neuen geopolitischen Brandherde in Pakistan und dem Irak und der in der Folge anziehende Ölpreis scheinen die Anleger in Übersee weder zu beunruhigen, noch abzuschrecken.

Geht es nach den Strategen der Bank of America Merrill Lynch, dann droht dem heimischen Aktienmarkt aber eine ganz andere Gefahr. Die Experten befürchten, dass die US-Notenbank nicht aufgrund der anziehenden Wirtschaft zu einem frühzeitigen Kurswechsel gezwungen sein wird. Stattdessen sehen sie sich der Exzesse am Aktienmarkt wegen zum Handeln veranlasst.

Noch sind höhere Aktienkurse möglich

Denn dieser habe sich seit seinem Rückschlag im Frühjahr 2009 mit einer Geschwindigkeit und in einem Ausmass erholt, welches nur in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts noch übertroffen worden sei. Bis in knapp zehn Monaten werde die derzeitige Aktienhausse zur drittlängsten in der Geschichte.

Noch wollen die Strategen allerdings nichts von einer Korrektur an der US-Börse wissen. Die Hausse sei zweifelsohne fortgeschritten. Aufgrund der noch immer hohen Liquidität und der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Belebung sei auch während den Sommermonaten mit einem anhaltenden Kapitalstrom in die Aktien zu rechnen. Erst das dritte Quartal werde eine Entscheidung bringen, so die Experten weiter.

Warnt die US-Notenbank am Mittwoch vor Exzessen?

Die Kollegen bei der Europäischen Zentralbank haben es vorgemacht und erst kürzlich vor Übertreibungen an den Finanzmärkten gewarnt. Auch wenn die Bank of America Merrill Lynch es in der Strategiestudie nicht explizit schreibt, so lässt sie zumindest durchblicken, dass sie von der US-Notenbank dasselbe erwartet.

Erste Anhaltspunkte versprechen sich die Strategen vom für Dienstag und Mittwoch angesetzten Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank.