Das ist der Anti-Hoeness aus der Schweiz

FC Basel-Trainer Murat Yakin sagt in einem Interview, wie er sein Geld anlegt. Er ist das Gegenbild zum Bayern-Präsidenten Uli Hoeness.
15.07.2013 12:41
Von Daniel Hügli
FCB-Trainer Murat Yakin geht mit seinen Investitionen auf Nummer sicher.

Als Trainer überzeugt Murat Yakin mit überraschenden taktischen Schachzügen, die den Gegner immer wieder mal verwirren. Neben dem Feld, in Finanzfragen, ist Yakin aber stockkonservativ und lässt sich auf keinerlei Abenteuer ein.

Yakin investiert "eigentlich nur" in Immobilien, wie der Baselbieter in einem Interview in der Basler Zeitung vom Samstag sagt. "Mich haben Mauern immer fasziniert - ein Haus. Nicht ein Stück Papier. Ein Haus kann ich anfassen. Ich spüre seine Geschichte", so Yakin weiter. Und er erkenne als gelernter Handwerker und Metallbauzeichner auch den Wert eines Hauses.

Yakin ist über die Firma Zoller und Partner an diversen Immobilien in Basel beteiligt. Vor einiger Zeit kaufte Yakin auch die über 250 Jahre alte Villa "Schifferhaus" im Basler Hafenviertel Kleinhüningen. Das Haus beherbergt das gleichnamige edle Restaurant, in dem Starkoch Roger Willimann als Geschäftsführer und Küchenchef amtet.

Und wie hält es Yakin mit Aktien? "Als ich mit 19 Jahren erstmals etwas Geld hatte, haben sie mich auf Aktien heiss machen wollen - das würde sich sofort verdoppeln und verdreifachen." Aber ein Haus sei im Gegensatz zu einer Aktie etwas Persönliches. "Eine Aktie ist einfach ein Wisch mit Unterschriften und Zahlen. Da werde ich misstrauisch", so Yakin weiter.

Der personifizierte Anti-Hoeness

Mit dieser Einstellung ist Yakin in der Fussballwelt so etwas wie der personifizierte Anti-Hoeness. Der Präsident des FC Bayern München gab nach seiner Selbstanzeige wegen Steuervergehen zu, über Jahre exzessiv an der Börse spekuliert zu haben. Auf seinem nicht deklarierten Konto, angeblich bei der Bank Vontobel, lagen 20 Millionen Euro Spielgeld.

In die Nähe des Zwiespältigen gerät indes auch Yakin mit seinen Immobilien-Investitionen. Er ist Mitbesitzer der Liegenschaft Dornacherstrasse 185 in Basel, in dem sich der Stripclub "Cabaret Elégance" befindet. Das "Buff-Huus", wie es eine Lokalzeitung einmal nannte, musste im September 2009 zwangsversteigert werden. Yakin und sein Geschäftsfreund Adrian Zoller kauften das Objekt damals für 1,91 Millionen Franken, 240'000 Franken unter der amtlichen Schätzung.

Für Yakin ist das Haus eine Wertanlage wie jede andere auch, wie er im letzten Jahr gegenüber dem "Sonntagsblick" sagte. Er sehe auch keinen Grund, etwas an der Mieterzusammensetzung zu ändern. "Investitionen in Backsteine sind immer gute Investitionen", sagte Yakin damals.

Was Fussballer oder Ex-Fussballer mit ihrem Geld machen, damit lassen sich ganze Bücher füllen. Der Ausnahmefussballer Didier Drogba etwa kaufte in diesem Jahr 5 Prozent der Ity-Goldmine in seiner Heimat Elfenbeinküste.

Lang ist aber auch die Liste derjenigen Ballzauberer mit kolossalen Fehlinvestments. So beklagte Italiens Fussball-Legende Roberto Baggio Mitte der 90er Jahre den Verlust von rund sechs Millionen Franken. Baggio war ein Kunde einer dubiosen Investment-Firma in Jamaica, die sämtliches Geld ihrer Anleger veruntreut hatte.