Das sagen Analysten zu den UBS-Zahlen

Die Zahlen zum dritten Quartal der UBS haben die Finanzmärkte enttäuscht. Was die Börse und die Analysten zum Gewinnausweis meinen.
29.10.2013 10:05
Von Lorenz Burkhalter
Geringere Handelsaktivitäten asiatischer Privatkunden verhagelten der UBS das Quartalsergebnis.
Geringere Handelsaktivitäten asiatischer Privatkunden verhagelten der UBS das Quartalsergebnis.
Bild: Bloomberg

Die Gesichter der mittlerweile erfolgsverwöhnten Aktionäre der UBS sind am Dienstagmorgen lang und länger geworden: An der Schweizer Börse SIX taucht die UBS-Aktie im frühen Handel zeitweise über 6 Prozent und notiert erstmals seit drei Monaten wieder unter der Marke von 18 Franken. Händler berichten von aggressiven Abgaben seitens institutioneller Grossinvestoren.

Denn entgegen anders lautenden Erwartungen werden die Konsensschätzungen sowohl beim Geschäftsertrag als auch beim Konzernergebnis verfehlt. Gleichzeitig verschiebt sich das firmeneigene Ziel für die Eigenkapitalrendite um gut ein Jahr.

Zwar liegt der effektive Zahlenkranz nicht weit hinter den Konsensschätzungen zurück. Allerdings fällt das Ergebnis bei den Analysten dennoch durch. Fragen wirft insbesondere das überraschend schwache Abschneiden des zukünftigen Kerngeschäfts Wealth Management auf. Zum einen sorgen höhere Kosten für Druck auf die Bruttomarge und zum anderen hat sich der Zufluss neuer Kundenvermögen gegenüber den Vorquartalen verlangsamt.

Weiterhin solide Eigenkapitalbasis

Der für die Bank Vontobel tätige Analyst begrüsst die weiterhin solide Eigenkapitalbasis der UBS. Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren sei das Gruppenergebnis im dritten Quartal jedoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Im Wealth Management habe das Wachstum beim Nettoneugeld über alle Regionen hinweg nachgelassen. Dasselbe sei im Geschäft mit ultrareichen Privatkunden zu beobachten. Davon seien auch die Bruttomargen betroffen.

Nur in der Erwartung einer in Zukunft attraktiven Dividendenpolitik und einer Verstärkung der zukünftigen Kernaktivitäten im Wealth Managements hält der Experte an seiner Kaufempfehlung für die Aktie der UBS fest. Das Kursziel von 22 Franken wird hingegen in negative Revision genommen.

Geringere Aktivität asiatischer Kunden

Der Berufskollege von Goldman Sachs spricht von einem vom operativen Standpunkt her schwachen Quartal. Die Bruttomarge im Wealth Management habe sich um 5 Basispunkte und damit stärker als befürchtet zurückgebildet. Auf Stufe Vorsteuergewinn seien die Konsensschätzungen klar verfehlt worden. Dasselbe gelte für den Nettoneugeldzufluss. Positive Worte findet der Analyst zum einen für das im Vergleich zu anderen Mitbewerbern recht solide Ergebnis im Investment Banking und zum anderen für die Fortschritte bei der Eigenkapitalbasis.

Bei der Credit Suisse heisst es, dass der schwächer als erhoffte Ergebnisbeitrag aus dem Wealth Management vor allem auf geringere Aktivitäten asiatischer Kunden zurück zu führen sei. Der verantwortliche Analyst rechnet auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes mit einer negativen Kursreaktion.

Für die meisten Experten unerwartet kam der von der Finma verfügte Risikozuschlag bei der Berechnung der risikogewichteten Aktiven (RWA). Trotz der daraus folgenden Belastung der ausgewiesenen Kapitalquote bleibt die UBS im Urteil der Analysten jedoch sehr gut kapitalisiert. Die Kapitalstärke der UBS sei weiter klar besser als diejenige der direkten Konkurrenz, lobt J. Safra Sarasin.