Das sind die besten Börsenplätze im ersten Halbjahr

Zu den Gewinnern des ersten Halbjahrs gehören vor allem afrikanische Börsenplätze. Die Aktienmärkte von anderen hoffnungsvollen Schwellenländer bekunden hingegen erhebliche Mühe.
27.06.2013 00:55
Von Ivo Ruch

Die Schweizer Börse hat ein ordentliches erstes Halbjahr hingelegt. Fast 11 Prozent ist der Swiss Market Index (SMI) seit Jahresbeginn in die Höhe geklettert. Im Vergleich mit dem MSCI-Index der weltweit wichtigsten Märkte ist das eine Performance, die sich sehen lässt. Der MSCI-World hat im selben Zeitraum 4,7 Prozent dazugewonnen.

Zieht man aber andere Börsenplätze hinzu, wird die Schweizer Börse überflügelt - am deutlichsten von Ghana. Der GSE Composite Index notiert 53 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Das ist weltweit die beste Halbjahres-Performance. Ghana gilt als Afrikas Musterschüler. Die Wirtschaft des westafrikanischen Staats dürfte in den nächsten Jahren um mehr als sieben Prozent wachsen.

Starkes, aber riskantes Afrika

Drei weitere afrikanische Staaten schaffen es in die Top Ten der erfolgreichsten Börsenplätze: Nigeria, Nairobi und Sambia. Allesamt wuchsen sie zwischen 17 und 29 Prozent (siehe Tabelle) und performten besser als der MSCI-Africa-Index, der 14 Prozent zulegte. Allerdings ist bei solch kleinen Börsen, an denen vergleichsweise wenig gehandelt wird, Vorsicht geboten. Die geringe Liquidität kann zu heftigen Kursausschlägen führen.

Ein Beispiel solch hoher Kursschwankungen ist der venezolanische Börsenplatz. Noch 2012 legte der Venezuela Stock Market Index mit sagenhaften 298 Prozent weltweit die mit Abstand beste Performance hin. Dann resultierte aus der Abwertung der Währung im ersten Quartal 2013 eine Minusperformance. Nun steht der Karibikstaat mit plus 43 Prozent wieder an zweiter Stelle.

China und Russland auf den hinteren Plätzen

Bulgarien schafft mit Platz sechs als einzige europäische Börse eine einstellige Rangierung. Der 15 Titel umfassende Sofix-Index kommt auf ein Plus von knapp 30 Prozent. Auch hier muss aber beachtet werden, dass der Tagesumsatz in sämtlichen Titeln des Leitindex gerade mal einige 100'000 Euro beträgt.  

Das nachlassende Wachstum in den Schwellenländern zeigt sich auch an den Aktienindizes der entsprechenden Länder. Die wirtschaftlichen Hoffnungsträger China (-21 %) und Brasilien (-30 %) haben deutliche Kursrückgänge verzeichnet. Zusammen mit Südkorea oder Russland stehen sie klar auf der Verliererseite der Börsenplätze (siehe Tabelle).

Aufgrund der hohen Volatilität an den stark performenden Börsen sollten Anleger nicht nur einen langen Atem haben. Insbesondere in Afrika sind Investments stellenweise ein Abenteuer. Korruption und Vetternwirtschaft der politischen Eliten gehören nach wie vor zum Alltag, Rechtssicherheit ist nicht immer gegeben. Eine gute Alternative bieten deshalb breiter abgestützte Afrika-Aktienfonds, die an verschiedenen Börsen investieren. 2012 haben verschiedene Afrika-Fonds bis zu 40 Prozent Rendite erzielt.
 

Top-Indizes seit Januar 2013 Rendite
GSE Composite Index (Ghana) 53 %
Venezuela Stock Market Index 44 %
DFM General Index (Dubai) 42 %
ADX General Index (Abu Dhabi) 37 %
Kuwait SE Price Index 35 %
Sofix Index (Bulgarien) 30 %
Nigeria Stock Exchange 29 %
Nairobi All Share 27 %
Karachi 100 Index 25 %
Lusaka Stock Exchange 18 %

 

Flop-Indizes seit Januar 2013 Rendite
Russian RTS Index -16 %
Kospi Index (Südkorea) -16 %
Prague Stock Exchange Index -18 %
MSE Top 20 Index (Mongolei) -19 %
IGBC General Index (Kolumbien) -21 %
Hang Seng China Entire Index -21 %
EGX 30 Index (Ägypten) -23 %
Namibia Overall Index -25 %
Brazil Ibovespa Index -29 %
Peru Lima General Index -31 %

Quelle: Bloomberg, 25. Mai 2013