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«Das SMI-Allzeithoch ist in Griffnähe»

Den Bedenken zum Trotz drängen die Aktienmärkte weiter nach oben, meint cash-Guru Alfred Herbert im Börsen-Talk. Weiter sagt er, weshalb Givaudan und SGS neben weiteren Aktien auf den Kaufzettel gehören.
28.11.2014 01:01
Von Frédéric Papp
cash-Guru Alfred Herbert bleibt im SMI investiert.
Bild: cash

"Die Flut hebt alle Boote", hört man oft unter Börsianern sagen, so auch von cash-Guru Alfred Herbert. Mit der Flut ist das Billiggeld der Notenbanken gemeint, das wellenartig in das Finanzsystem hereinbricht. Zuletzt hat die japanische Zentralbank ihr Anleihenkaufprogramm deutlich aufgestockt. Der Markt erwartet auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Frühjahr 2015 den Erwerb von Staatsanleihen.

Das billige Geld versiegt also nicht, auch wenn die amerikanische Notenbank (Fed) den Geldhahn zugedreht hat. Die Aktienkurse werden somit weiter hochgespült. Seit Mitte Oktober hat der Swiss Market Index (SMI) über 1000 Punkte oder 13 Prozent haussiert und markiert mit knapp 9100 Punkten den höchsten Stand seit sieben Jahren.

Laut Herbert liegt in den kommenden Wochen noch mehr drin: "Der SMI wird am Allzeithoch kitzeln", sagt er im cash-Börsen-Talk. Dieses liegt bei 9531 Zählern und wurde Ende Mai 2007 erreicht. Bis dahin sind es nur noch rund 5 Prozent.

Anleger, die bis anhin die nunmehr seit sechs Jahren andauernde Börsenhausse verschlafen haben oder allenfalls erst spät eingestiegen sind, haben somit immer noch Gelegenheit aufzuspringen. "Es braucht allerdings mehr Mut", sagt Herbert. Zudem werden laut dem Börsenprofi die Märkte im kommenden Jahr volatiler.

«Let the profit run»

Die Geldflut der Notenbanken versetzt die Marktteilnehmer aber auch in eine Zwangslage. "Institutionelle Anleger können Ende Jahr nicht Dutzende von Millionen Franken an Guthaben horten und keine Aktien haben. Es wird also gekauft, obwohl die Bedenken da sind", so der cash-Guru.

Eines Tages wird es somit zu einer grösseren Korrektur oder gar einem Crash kommen. In den kommenden Monaten ist damit aber nicht zu rechnen. Herbert sieht derzeit auch keinen Anlass, seine Aktienpakete zu verkleinern, dazugekauft hat er allerdings auch nicht. Er handelt getreu nach der Börsenweisheit: "Let the profit run".

Investiert ist Herbert zum Beispiel in SGS und Givaudan. Zwei Aktien, die in der Vergangenheit konsolidiert und in den letzten Wochen wieder aufgedreht haben. Dem Riechstoffhersteller Givaudan traut er noch einiges zu. Er sei der Lieblingstitel der Romands und der Franzosen, aber nicht nur. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates schmeckt Givaudan. Er hält gut 10 Prozent der Aktien und ist damit grösster Aktionär. Und offenbar hat Gates laut Herbert Appetit auf noch mehr Givaudan-Aktien.

Im cash-Börsen-Talk geht Alfred Herbert auf weitere SMI-Titel ein und er sagt, worauf Anleger bei der Selektion von Aktien achten sollten. Weiter äussert er sich zum erwarteten Anleihenkaufprogramm der EZB und zur Zinserhöhung durch die Fed, welche laut Marktkonsens im Sommer 2015 stattfinden soll.