Das waren die Schweizer Top-Aktien 2013

Wer Anfang Jahr auf die richtige Aktie gesetzt hat, konnte seinen Einsatz glatt verdoppeln. Aber auch mit anderen Titeln liess sich 2013 gutes Geld verdienen. Ein Rückblick und eine Vorschau.
31.12.2013 04:46
Von Pascal Meisser
Mit einem Plus von über 200 Prozent stellte die Aktie von Autoneum alle anderen in den Schatten.
Mit einem Plus von über 200 Prozent stellte die Aktie von Autoneum alle anderen in den Schatten.
Bild: ZVG

(Aktualisierter und ergänzter Artikel vom 18. Dezember - neu mit Jahresschlusskursen)

Die anhaltende Geldschwemme der grossen Notenbanken hat der Schweizer Börse 2013 den stärksten Kursgewinn seit acht Jahren beschert. Der Standardwerte-Index legte rund 20 Prozent auf 8203 Zähler zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit 2005, als der SMI ein Drittel gewonnen hatte. 

Zwischenzeitlich hatte das Plus gar 24 Prozent betragen, als der SMI am 22. Mai das Jahreshoch bei 8411 Punkten erreichte. Die Ankündigung des amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke, im Herbst das Anleihekaufprogramm langsam zurückzufahren, brachte Unruhe in die Märkte

Auch bei langfristiger Betrachtung ist 2013 ein aussergewöhnlich guter Jahrgang, beträgt doch die durchschnittliche jährliche Wertzunahme der Aktien gemäss einer Langfriststudie der Bank Pictet seit 1925 knapp acht Prozent.

Im internationalen Vergleich rangierte die Schweiz im zu Ende gehenden Jahr im Mittelfeld. So kletterten der Dow Jones oder der deutschen Dax jeweils gut ein Viertel. Noch stärker stieg der japanische Nikkei-Index, der nach jahrelanger Seitwärtsbewegung um 50 Prozent anzog. Ende Juni markierte der SMI bei 7250 Punkten das Jahrestief.

Actelion beste SMI-Aktie

Mit Abstand am besten gefahren sind Anleger 2013 mit dem Biotech-Unternehmen Actelion (siehe Tabelle). Die Aktie legte seit Januar 73 Prozent zu, nachdem sie bereits im Vorjahr mit einer Wertvermehrung von einem Drittel drittbeste SMI-Aktie war. Der Titel wurde in den letzten Monaten durch verschiedene positive Nachrichten zum Nachfolgemedikament Opsumit, das dereinst den Hauptumsatzträger Tracleer ablösen soll, nach oben getrieben.

Im kommenden Jahr könnte der Sturmlauf von Actelion durchaus weitergehen. Einige Experten gehen davon aus, dass das Potenzial von Opsumit noch nicht gänzlich im Aktienkurs eingepreist ist. Zudem ist die Biotechfirma für grosse Pharma-Unternehmen interessant. Übernahmephantasien geben dem Kurs weiter Nahrung.

Mit deutlichem Abstand folgen die Aktien des Personaldienstleisters Adecco (plus 47 Prozent) sowie die Genussscheine von Roche mit einer Jahresperformance von 36 Prozent. 

Nur ein SMI-Titel im Minus

Lange Zeit gehörten auch die Grossbanken-Titel wie UBS und Credit Suisse der Spitzengruppe an. Erst vor sechs Wochen gaben beide Aktie einen erheblichen Teil des Gewinns wieder ab, als die Diskussionen um eine grössere Unterlegung des Eigenkapitals wieder aufflammten.

Pech hatten jene Anleger, die auf SGSSyngenta oder Holcim - im Vorjahr noch unter den Top-5-Aktien - gesetzt hatten. Diese drei Titel haben innerhalb des SMI mit Abstand am schwächsten performt. Syngenta ist zudem der einzige Titel, der zwischen Januar und Dezember einen Kursrückgang erlitten hat. 

2014 wird weiterhin im Zeichen von zyklischen Titel wie ABB, Swatch oder Richemont stehen. Diese profitieren von der verbesserten Wirtschaftslage. Aber auch für die Banken ist das ein ideales Umfeld. Sowohl UBS und Credit Suisse bieten nach den jüngsten Kurseinbussen Einstiegschancen - allerdings sollten sich Anleger bewusst sein, dass die Gespräche um Eigenkapitalvorschriften den Kursverlauf volatiler machen. 

Gefragte Nebenwerte

Deutlich höhere Gewinne erzielten Anleger auch dieses Jahr bei den Nebenwerten. Die Performance des letztjährigen Siegers Newron Pharma, der den Kurswert innerhalb von zwölf Monaten um 260 Prozent gesteigert hatte, bleibt unerreicht. Mit Autoneum und Evolva liegen indes zwei Titel an der Spitze des Tableaus, mit dem Anleger ihren Einsatz verdreifachen konnten (siehe Tabelle).

Sechsweitere Aktien verteuerten sich um mindestens das Doppelte. Die Titel von Cosmo, Leonteq, Basilea, Comet, Newron und U-Blox gewannen zwischen 109 und 173 Prozent. Eine grosse Handvoll weiterer Valoren bescherten ihren Aktionären Gewinne zwischen 50 und 100 Prozent. 

Diese ausgedehnte Hausse im breiten Markt macht es für Anleger nicht einfach, noch günstige Nebenwerte für 2014 herauszufiltern. Auch hier gilt: Zyklische Titel sind derzeit an der Börse am meisten gefragt. Empfehlenswert bleiben deshalb moderat bewertete Aktien aus dem Industrie- und Technologiesektor wie Forbo, Kaba oder Ascom. Auch der Logistikanbieter Interroll steht bei einigen Analysten auf der Empfehlungsliste für 2014. 

(mit Material von Reuters)
 

Top- und Flop-Aktien 2013 im SMI

Beste Titel in % Schlechteste Titel in %
Actelion +73 Syngenta -3
Adecco +47 Holcim -0
Roche +36 SGS +1
Geberit +34 Zurich IG +6
Julius Bär +33 Transocean +8

Top- und Flopaktien 2013 im SPI

Beste Titel in % Schlechteste Titel in %
Autoneum +208 Addex -62
Evolva +202 Repower -41
Cosmo +173 Publigroupe -38
U-Blox +146 Myriad Group -37
Leonteq +137 Charles Voegele -34
Basilea +136 Edisun Power -34
Comet +118 Swmtl Holding -34
Newron Pharma +109 THERAMetrics -33
Komax +91 Groupe Minoteries -33
Meyer Burger +89 Von Roll -32

Quelle: cash.ch / 30. Dezember 2013, 17:30 Uhr.