Daten sprechen für Fed-Zinsschritt im März

Für die Deutsche Bank ist die Zeit im März reif für eine Zinsanhebung durch die US-Notenbank Federal Reserve. Dies sei geboten, sofern man die jüngsten Daten als Richtschnur heranziehe.
02.03.2016 19:58
Gebäude der US-Notenbank in Washington, D.C.
Gebäude der US-Notenbank in Washington, D.C.
Bild: iNg

Die Deutsche Bank ist eine der Firmen an der Wall Street, die direkt mit der Fed handeln. "Wenn die Fed wirklich datengetrieben ist, dann sollten sie die Zinsen bei ihrem nächsten Treffen anheben", sagte Torsten Slok, Chefökonom international der Bank in New York, in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Verarbeitendes Gewerbe, die Daten zur Beschäftigungslage in Fabriken, Verbraucherausgaben und Inflation zeigen alle eine Verbesserung an, so der Bericht.

US-Treasuries sind in den März mit der grössten Verkaufsbewegung im laufenden Jahr gestartet. Das Institute for Supply Management (ISM) hatte am Dienstag bei Vorlage der Februar-Daten zum ISM-Index mitgeteilt, das verarbeitende Gewerbe sei zwar im Februar rückläufig gewesen, aber auf dem höchsten Stand seit September. Die US-Wirtschaft hat wohl im Februar 195.000 neue Stellen geschaffen, nach 151.000 im Januar, auf Basis einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen im Vorfeld der für Freitag erwarteten monatlichen US-Arbeitsmarktdaten.

Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries war am Mittwoch um 09.00 Uhr (MEZ) knapp einen Basispunkt höher bei 1,83 Prozent. Am Dienstag waren die Renditen neun Basispunkte in die Höhe geschnellt, das war der grösste Anstieg seit dem 14. Dezember. Australische Anleihen folgten dem Trend der US- Treasuries am Mittwoch, ihre Rendite stieg um elf Basispunkte auf zuletzt 2,46 Prozent.

Slok von der Deutschen Bank hatte Anlegern im Dezember empfohlen, den Dollar gegen einen Währungskorb zu kaufen. Der Bloomberg Dollar Spot Index ist im laufenden Jahr wenig verändert.

Hohe Wahrscheinlichkeit zur Zinsanhebung

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed ihrer Zinsanhebung im Dezember eine weitere im laufenden Jahr folgen lässt, liegt bei rund 64 Prozent, zeigen von Bloomberg ausgewertete Futures- Daten. Der Wert war im Februar bis auf 11 Prozent zurückgegangen.

Laut Fed-Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank vom 26. und 27. Januar haben einige der Teilnehmer darauf hingewiesen, es sei wichtig der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass Geldpolitik "datenabhängig" und nicht auf einen eingeschlagenen Kurs fixiert sei. Das Fed wird am Mittwoch das Beige Book veröffentlichen, das einen Überblick über die Lage der Wirtschaft liefert. Das nächste Fed-Treffen findet am 15. und 16. März statt.

(Bloomberg)