Deckungskäufe befeuern die LafargeHolcim-Aktie

LafargeHolcim überrascht positiv, aber nur beim operativen Gewinn. Dennoch kommt das Resultat bei Analysten gut an. Eindeckungstransaktionen lassen den Kurs der Aktie kräftig anziehen.
05.08.2016 11:03
Von Lorenz Burkhalter
LafargeHolcim kann im zweiten Quartal erfolgreich die Absatzpreise für Zement erhöhen.
LafargeHolcim kann im zweiten Quartal erfolgreich die Absatzpreise für Zement erhöhen.
Bild: Bloomberg

Was die Spatzen am Hauptsitz von LafargeHolcim schon seit Tagen von den Dächern pfeifen, ist seit dem frühen Freitagmorgen zumindest ansatzweise offiziell: Nach mehreren Ergebnisenttäuschungen in Folge übertrifft der Zementkonzern auf Stufe des operativen Gewinns (EBITDA) zum ersten Mal seit dem Zusammenschluss von Holcim und Lafarge die Konsensschätzungen.

Beim Umsatz werden diese allerdings einmal mehr ziemlich deutlich verfehlt. Gleichzeitig reduziert der Weltmarktführer seine Prognosen für das diesjährige Marktwachstum leicht.

Dennoch haussiert die LafargeHolcim-Aktie an der Schweizer Börse SIX zur Stunde um 5,8 Prozent auf 48,32 Franken. Beobachter berichten dabei von aggressiven Eindeckungstransaktionen aus dem Ausland.

Druck auf die Absatzpreise lässt nach

Wie einem Kommentar aus dem Hause Zürcher Kantonalbank entnommen werden kann, brauchte das zurückliegende Quartal erfreuliche Fortschritte beim operativen Gewinn (EBITDA). Diesbezüglich seien die relevanten Ziele für das Gesamtjahr deshalb bestätigt worden, schreibt der Verfasser weiter. Die Verbesserung des EBITDA trotz einer enttäuschenden Umsatzentwicklung lässt den Analyst darauf schliessen, dass LafargeHolcim höheren Absatzpreisen gegenüber der Verteidigung von Marktanteilen den Vorzug gibt. Er rechnet grundsätzlich mit einer positiven Kursreaktion der mit "Marktgewichten" eingestuften Aktie.

Auch sein Berufskollege von der Bank Vontobel findet sichtlich Gefallen an der operativen Gewinnentwicklung. Er zeigt sich von den im zweiten Quartal erzielten Fortschritten gar beeindruckt. Der Experte begrüsst zudem den um 26 Prozent höheren Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit. Dieser deute eine höhere Barmittelgenerierung an, was für die zukünftige Dividendenpolitik von Vorteil sei, so das Urteil. Bei der Bank Vontobel hält man an der bisherigen Kaufempfehlung fest und will das 49 Franken lautende Kursziel unter positiven Vorzeichen überprüfen.

Konsensschätzungen müssen nun steigen

Der Experte von Kepler Cheuvreux will sein Kursziel von 50 Franken eigenen Angaben zufolge ebenfalls erhöhen. LafargeHolcim habe die Markterwartungen auf Stufe des operativen Gewinns um 6 Prozent übertroffen, so schreibt er. Diese Differenz führt er einerseits auf Fortschritte bei den Kosten und andererseits auf höhere Absatzpreise zurück. Letzteres stärkt seines Erachtens die Glaubwürdigkeit der Firmenlenker.

Was die beibehaltene Jahresprognosen von LafargeHolcim anbetrifft, so rechnet der Experte mit steigenden Konsensschätzungen. Diese liegen nämlich noch immer klar dahinter zurück. Die Aktie des Zementkonzerns wird bei Kepler Cheuvreux wie bis anhin mit "Buy" eingestuft.

Der für Baader Helvea tätige Berufskollege fragt sich sogar, ob nach der Abfolge von Ergebnisenttäuschungen mit dem zweiten Quartal nicht sogar die Talsohle durchschritten werden konnte. Auch er sieht dank der bekräftigten Gesamtjahresprognosen Raum für steigende Konsenserwartungen. Sein Anlageurteil lautet weiterhin "Hold", das optisch tiefe Kursziel von 40 Franken wird womöglich erhöht.