Dem SMI droht noch deutlichere Korrektur

Der Swiss Market Index ist am Dienstag unter die 8000-Punkte-Marke gefallen. Aus charttechnischer Sicht droht nun ein Abrutschen in weit tiefere Kursregionen.
11.12.2013 01:00
Von Frédéric Papp
Die Schweize Börse zieht nach Süden - wie lange noch?

Der Swiss Market Index (SMI) hat am Dienstag die Unterstützungs-Marken bei rund 8000 Punkten unterschritten. Nun droht dem SMI der Fall auf 7700 Punkte, schreibt das deutsche Analyseportal GodmodeTrader am Dienstag. Dies wäre dann der tiefste Stand seit Anfang Juli. Seit Mitte November hat der Leitindex der Schweizer Börse gegen 5 Prozent eingebüsst.

Philipp Jäggle, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, sieht die Entwicklung vorerst nicht so dramatisch. Denn der Aufwärtstrend im SMI sei noch intakt. Er beschreibt die Korrektur der vergangenen Tage als "Konsolidierung im Aufwärtstrend" und verweist auf die 200-Tageslinie bei 7850 Punkten. Allerdings: Fällt der SMI durch diese Marke, dann wird die Lage wieder unsicherer. Und dem Index fehlen nur noch 1,5 Prozent bis zu diesem Punktestand.

Reissleine bei 7250 ziehen

Die nächste Wegscheide mit Gewicht liegt bei der wichtigen Unterstützungsmarke bei rund 7700 Zählern. "Rutscht der SMI darunter, ist das Feld bis 7250 Zähler offen", sagt Jäggle zu cash. Damit läge der SMI nur unweit vom Stand Anfang Januar 2013. Anleger, welche der Charttechnik vertrauen, sollten somit spätestens beim Fall unter 7700 Punkte die Reissleine ziehen - oder auf einen fallenden SMI setzen.

"Hauptschuld" für die Kurserosion an der Schweizer Börse seit Mitte Mai tragen die drei grossen SMI-Elefanten Nestlé, Novartis und Roche. Die Kursentwicklung der defensiven Schwergewichte beträgt zwischen minus 2 und minus 5 Prozent, derweil der SMI 3 Prozent tiefer liegt.

Santa-Claus-Rally abschminken

Es wird aufgrund der Entwicklung der letzten Tage immer wahrscheinlicher, dass sich Anleger für dieses 2013 die Jahresendrally abschminken können. Allerdings wäre es verfrüht, bereits den Bärenmarkt einzuläuten. Denn solange die Zentralbanken die Märkte mit Geld fluten und die Zinsen künstlich tief halten, wird der Bullenmarkt anhalten.

Zwar mehren sich die Anzeichen, dass die amerikanische Notenbank Fed die Anleihenkäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar pro Monat noch im Dezember leicht zurückfahren könnten. Am Montag äusserten sich drei Fed-Mitglieder – zwei davon Stimmberechtigte – unabhängig voneinander positiv zu einem frühzeitigen Tapering. Die amerikanischen Börsen hielten sich aber dennoch im Plus. Es scheint somit, dass die Börsen der Anfang vom Ende des QE-Programms gut verkraften dürften.

Rücksetzer als Einstieg nutzen

Der Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik Europas hingegen ist noch sehr weit entfernt. Dies bekräftige EZB-Präsident Mario Draghi an der letzten Sitzung vom 5. Dezember erneut.  Dies, weil die Inflationsraten auf mittlere Sicht tief sind, die Realwirtschaft in Europa nach wie vor schwach ist und die Banken sich weiterhin zieren, mehr Kredite zu sprechen.

Für risikotolerante Anleger eröffnen die Kurskorrekturen der letzten Wochen somit Einstiegschancen. So empfahl cash jüngst einige Schweizer Aktien, deren Chancen auf überdurchschnittliche Kursgewinne nach wie vor intakt sind. Es sind dies zum Beispiel: Orior, Yposmed, Lonza oder Logitech, Galenica und die VP Bank (zu den Artikeln).