Den Kinderschuhen entwachsen

Die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Am Jubiläumsanlass in Zürich sprach auch der CEO des Branchen-Primus Celgene.
10.11.2013 09:20
Seit über 20 Jahren investiert BB Biotech in Gesellschaften aus dem Bereich der Biotechnologie.
Seit über 20 Jahren investiert BB Biotech in Gesellschaften aus dem Bereich der Biotechnologie.
Bild: ZVG

Biotechnologie-Investoren haben in den letzten 20 Jahren ein Auf und Ab erlebt. Dem Platzen der Tech-Bubble um die Jahrtausendwende folgte eine Phase der Stagnation. Seit 2011 zeigen die Kurse der Biotech-Unternehmen aber wieder steil nach oben, jedoch mit anderen Vorzeichen.

Die Industrie ist fundamental gesund und bringt laufend neue Innovationen hervor. Auch Übernahmen und Fusionen treiben die Aktienkurse nach oben. Die börsenkotierte Beteiligungsgesellschaft BB Biotech verzeichnet seit zwei Jahren ebenfalls einen stark steigenden Aktienkurs. BB Biotech beteiligt sich an Gesellschaften im Wachstumsmarkt Biotechnologie und ist heute einer der weltweit grössten Anleger mit über 1,7 Milliarden Franken verwalteten Vermögen in diesem Sektor.

BB Biotech ist in der Schweiz, in Deutschland und in Italien notiert. Der Fokus der Beteiligungen liegt auf jenen börsennotierten Gesellschaften, die sich auf die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Medikamente konzentrieren. Die Gesellschaft feierte am Samstag in Zürich ihr 20-jähriges Bestehen - unter Anwesenheit zahlreicher Investoren und Prominenz, wie BB Biotech in einer Mitteilung schreibt. Verwalterin von BB Biotech ist seit der Gründung vor 20 Jahren Bellevue Asset Management.

Celgene-CEO Robert J. Hugin, der aktuell auch Präsident der Biotech-Branche ist, äusserte sich am Jubiläumsanlass von BB Biotech optimistisch über die Zukunft des Sektors. Massgebliche Treiber seien höhere IT- und Analyse-Kapazitäten sowie ein kontinuierlich steigendes Verständnis der menschlichen DNA sowie generell der Medikamentenforschung.

Elementar sei ein investorenfreundliches Umfeld, das Start-ups ermögliche, an Kapital zu gelangen, so Hugin weiter. Die USA haben hier laut Hugin vieles richtig gemacht, finden sich die grössten und erfolgreichsten Unternehmen doch in Übersee.

Ein Reifestadium erreicht

Während der letzten zwei Jahrzehnte ist der Biotechnologie-Sektor seinen Kinderschuhen entwachsen und hat ein Reifestadium erreicht, das gleichzeitig von Innovationskraft geprägt ist. Der Erfolg des Branchen-Primus Celgene ist ein Beispiel für diese Entwicklung. Celgene ist auf die Entwicklung und Vermarktung neuer Wirkstoffe zur Behandlung von Krebs und Entzündungskrankheiten spezialisiert. Innerhalb von etwas mehr als zwei Jahrzehnten hat sich das Unternehmen zu einem Weltmarktführer mit einer Marktkapitalisierung von 60 Milliarden Dollar entwickelt.

Aber auch Herausforderungen bleiben dem Sektor erhalten. Die Zeit der Me-too Medikamente ist vorbei. Heute muss ein neues Therapeutikum einen klaren Mehrwert im Leben eines Patienten darstellen, ansonsten der kommerzielle Erfolg ausbleibt. Die Felder für weitere Innovationen sind nach wie vor riesig: Trotz der eindrücklichen wissenschaftlichen Fortschritte sind viele Krankheiten noch nicht heilbar.

Das zeige das Potenzial auf, aber auch die Verantwortung, welche dem Biotechsektor zukomme, wurde am Jubiläumsanlass festgehalten. Diabetes und Alzheimer zum Beispiel werden die Gesundheitssystem weltweit vor grosse Herausforderungen stellen. Alleine in den USA ist mit Kosten für die Versorgung von Alzheimer-Patienten im Jahre 2050 von einer Billion US-Dollar zu rechnen, falls keine neuen Lösungen gefunden werden.

Gesundheitssysteme werden sich entwickeln und neue Therapien müssen sich diesen Reformen anpassen. Eines steht aber fest: "Bei allen Gesundheitsreformen wird es nicht möglich sein, Solidarität, Gleichheit und Gerechtigkeit in gleichem Masse zu berücksichtige", führte Prof. Thomas Szucs Verwaltungsratspräsident der Helsana, am Jubiläumsanlas von BB Biotech aus.