Der Aufstieg und der Fall von Air Berlin

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hat in den vergangenen acht Jahren nur einmal einen Konzernüberschuss geschafft. Eine Chronologie.
02.10.2016 06:14
Air Berlin wurde 1978 von einem Amerikaner gegründet.
Air Berlin wurde 1978 von einem Amerikaner gegründet.
Bild: Matthias Winkler/Airberlin

Air Berlin entlässt Mitarbeiter, schrumpft die Flotte und schliesst Basen. Bei der angeschlagenen Fluggesellschaft werden bis zu 1200 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren, ein Teil der Flugzeuge geht an die Lufthansa. Lufthansa will bis zu 40 Flieger der zweitgrössten deutschen Airline samt Besatzungen für sechs Jahre anmieten, der Grossteil soll für die Billigtochter Eurowings fliegen.

Im Folgenden eine Übersicht über wichtige Ereignisse der Firmengeschichte:

1978

Der US-Pilot Kim Lundgren gründet die Air Berlin als Berliner Charterfluggesellschaft mit zwei Flugzeugen.

1979

28. April: Erstflug von Berlin nach Palma de Mallorca

1991

Joachim Hunold und Kim Lundgren gründen die Air Berlin GmbH.

2003

Air Berlin steigt auf zur zweitgrössten Fluggesellschaft in Deutschland nach Lufthansa, gemessen an der Passagierzahl.

2004

Air Berlin steigt bei der österreichischen Fluggesellschaft Niki ein.

2005

Die GmbH wird in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (plc) umgewandelt: In die Air Berlin plc.

2006

11. Mai:  Börsengang in Frankfurt.

Air Berlin übernimmt die deutsche Fluggesellschaft dba.

2007

Air Berlin kauft die Airline LTU.

Air Berlin übernimmt 49,9 Prozent an der Schweizer Fluggesellschaft Belair Airlines.

2008

Air Berlin legt ein Sparprogramm auf mit dem Ziel, die Flotte zu reduzieren und dba zu integrieren.

2011

1. September: Gründer und Chef Joachim Hunold übergibt Posten an Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn.

Air Berlin legt erneut Sparpaket auf und reduziert Flotte weiter.

19. Dezember: Etihad Airways kündigt an, ihren Anteil auf 29,2 Prozent zu erhöhen und wird damit grösster Aktionär.

2012

Die geplante Eröffnung des Grossflughafens Berlin-Brandenburg (BER) platzt.

2013

7. Januar: Wolfgang Prock-Schauer wird neuer Konzernchef. Air Berlin legt Spar- und Sanierungsprogramm vor.

2015

1. Februar: Stefan Pichler wird neuer Konzernchef.

30. Dezember: Das Verwaltungsgericht Braunschweig verbietet einige der für Air Berlin wichtigen Gemeinschaftsflüge mit Grossaktionär Etihad.

2016

14. Januar: Das Oberwaltungsgericht Lüneburg genehmigt einige dieser sogenannten Codeshare-Flüge wieder.

27. April: Air Berlin gibt für 2015 den Rekordverlust von 447 Millionen Euro bekannt.

28. September: Air Berlin kündigt Restrukturierung an und streicht bis zu 1200 Stellen. Die Lufthansa übernimmt per Leasing 40 Maschinen von Air Berlin.

(Reuters)