Der Dividendenstar aus der zweiten Reihe

Auf der Suche nach Renditen setzen Anleger vor allem die grossen SMI-Titel. Doch im mittelgrossen Börsensegment steht ein Titel, der bald mit einer Sonderdividende kommt und auch danach nachhaltig Bares ausschütten soll.
13.09.2013 13:00
Von Frédéric Papp
Ein Regallagersystem von Kardex.
Ein Regallagersystem von Kardex.
Bild: ZVG

Dividendenstarke Aktien sind ein Mittel gegen die tiefen Zinsen. Und das Tiefzinsniveau wird uns noch lange erhalten bleiben. Anastassios Frangulidis, Chefökonom bei der Zürcher Kantonalbank, erwartet einen Anstieg der Leitzinsen in den USA, Europa und der Schweiz erst ab 2015, wie er im cash-Börsen-Talk sagt.

Somit erstaunt es nicht, dass Anleger Jagd machen auf Aktien mit einer hohen Dividendenrendite. Die Klassiker sind: Zurich Insurance Group mit aktuell 7,1 Prozent Dividendenrendite sowie Swisscom, Swiss Re, Nestle oder Novartis mit Renditen zwischen 3 und 5 Prozent. Die Novartis wurde kürzlich vom renommierten US-Anlegermagazin Forbes als Dividendenperle gekürt (cash berichtete).

Doch es geht noch höher. Mit einer Dividendenrendite von knapp 13 Prozent liegen die Valoren des Zürcher Lagerlogistikers Kardex hinter der Absolute Invest und der Bellevue Group auf Platz drei aller SPI-Titel.

Weiter Ausschüttungen möglich

Als Folge des Verkaufs der Division Stow an Averys Ende Juli für umgerechnet rund 94 Millionen Franken, zahlt Kardex 25,4 Millionen Franken in Form einer steuerfreien Sonderdividende von 4 Franken pro Aktie an die Aktionäre aus. Analysten rechnen mit einer zusätzlichen ordentlichen Dividende von 1 Franken. Ausgeschüttet wird der "Batzen" wenige Tage nach der ausserordentlichen Generalversammlung am 25. September.

Laut einem Marktbericht der Neuen Helvetischen Bank können die Aktionäre auch in Zukunft in den Genuss von attraktiven teils steuerfreien Dividendenzahlungen kommen. Nach den Berechnungen der Bank betrage die Netto-Cash-Position auch nach der Ausschüttung der Sonderdividende etwa 70 Millionen Franken. Und grössere Akquisitionen wurden vom Management als eher unwahrscheinlich taxiert.

Nach wie vor günstig bewertet

Kardex legte seit Jahresbeginn eine Performance von 67 Prozent hin – vier Mal mehr als der Gesamtmarkt. Trotz dieser starken Hausse zählt Kardex mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 für das kommende Jahr nach wie vor zu den am günstigsten bewerteten Industrietiteln in der Schweiz. Dahinter stecken vergangene Enttäuschungen. So mussten Anleger mehrmals heftige Kurseinbussen zwischen 40 bis 70 Prozent hinnehmen.

Die Zyklizität sollte aber inskünftig abnehmen, denn Kardex setzt nun verstärkt auf das Servicegeschäft. Die Division Remstar erwirtschaftet rund 80 Prozent des Umsatzes – 30 Prozent davon entfallen auf das Servicegeschäft. Bei der veräusserten Sparte Stow hingegen, spielte das Servicegeschäft keine Rolle.

Für risikotolerante Anleger ist somit ein Kauf der Kardex-Titel auch auf dem aktuellen Kursniveau von 41 Franken vertretbar.