Der Limousinenfahrer und seine WEF-Gäste

Roger Schaer organisiert unter anderem VIP-Fahrten ans World Economic Forum in Davos. Im Gespräch mit cash sagt er, welche Wünsche seine Kunden hegen und worauf es in der Branche ankommt.
22.01.2014 01:00
Von Frédéric Papp
Roger Schaer, Gründer von Circle8, im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Nicht nur Hotels und Restaurants profitieren vom Word Economic Forum (WEF) in Davos, das am heutigen Mittwoch startet. Auch Anbietern von Limousinenfahrten füllt das WEF die Kassen. "Wer gut ausgelastet ist, fährt einen Grossteil des Jahresumsatzes heim", sagt Roger Schaer, Gründer des Luxusdienstleistungsanbieters Circle 8, im Gespräch mit cash. Auch für Schaer und seine Firma ist das WEF ein "Umsatzbooster", wie es Schaer nennt.

Rund 2500 WEF-Teilnehmer werden bis Samstag erwartet. Nicht alle von Ihnen wollen den Zug oder den Bus nehmen vom Flughafen in Zürich. Und für andere sind die Helikoptertaxis zu teuer. Dann bieten sich Limousinen an. Und Schaer hat diese Tage alle Hände voll zu tun.

"Unsere beiden Limousinen inklusive dazu gemietete Fahrzeuge sind ausgelastet. Im Notfall können wir aber noch Kapazitäten bereitstellen", sagt Schaer im cash-Video-Interview. Für das erst im Herbst 2013 gegründete Unternehmen ist dies ein gelungener Start.

Schaer selber kam über Umwege ins Luxusdienstleistungsgeschäft. Nach einer technischen Berufslehre in der Airline-Industrie am Flughafen Zürich wechselte er in die Versicherungswirtschaft und Finanzbranche und bildete sich im Marketing und Accounting weiter. Zuletzt betreute er als Kadermitglied diverse Key Accounts.

Diskretion ist oberstes Gebot

Die Gäste, die Schaer am WEF betreut, sind primär VIPs aus dem Finanzbereich. Die Kundschaft wird standesgemäss im Audi A8, einem Mercedes der S-Klasse oder in einem 7er BMW nach Davos chauffiert. Auf Wunsch kann die Fahrt auch im gepanzerten Fahrzeug erfolgen. Auch Schaer wird einen speziellen Gast persönlich zum WEF fahren. Bei wem es sich dabei handelt, will er nicht verraten – Diskretion ist in dieser Branche oberstes Gebot.

Immerhin noch soviel: Der Circle8-Gründer hat auch schon die Ehefrau eines VIP-Gastes zum Shoppen nach St. Moritz oder Mailand gefahren.

Die Konkurrenz am WEF für Limousinenfahrten nach Davos ist allerdings gross. Sucht man im Internet mit den Stichworten "Limousinen" und "Davos" erscheinen gleich mehrere Anbieter. Die Preise sind aber oft nur gegen Anfrage erhältlich. Auch Schaer lässt sich nicht in die Karten blicken. Laut gut informierten Quellen schlägt eine Fahrt mit Chauffeur von Zürcher Flughafen nach Davos und zurück etwa mit 2500 Franken zu Buche. Das ist immerhin preiswerter als ein Helikopterflug, der um die 10'000 Franken pro Strecke kostet.

«Mädchen» für alles

Auch neben dem WEF hat sich Schaer der Welt der Vermögenden verschrieben. Er organisiert Geschäftsreisen im Privatjet, Hotel- und Restaurantreservationen, Bewachung von Personen oder Gebäuden. Und wenn nötig, organisiert Schaer auch einen Babysitter für die Kinder der VIPs. Dazu muss er mit Partnerfirmen zusammenarbeiten, die sorgfältig ausgesucht sein wollen. Denn "wenn wir etwas vermasseln, verlieren wir den Kunden höchstwahrscheinlich."

Zusätzlich zu Zürich unterhält Circle8 auch in Singapur eine Zweigniederlassung, die von seiner Geschäftspartnerin geführt wird. Die Wahl sei auf Singapur gefallen, weil dort die Anzahl reicher asiatischer Familien stetig zunehme.

Die Schweiz bleibt eine der wichtigsten Destinationen für Milliardäre. Sowohl das WEF als auch die Art Basel sind zwei Termine, die in den Agenden vieler Superreichen dick angestrichen sind. Und auch für Limousinenfahrer.

Wie man an diese begüterte Klientel herankommt und welches die Herausforderungen der Branche sind, sagt Roger Schaer im cash-Video-Interview.