An der Schweizer Börse werden die Anleger vorsichtiger

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch leicht zugelegt. Die Anleger seien weiterhin optimistisch, agierten aber zunehmend vorsichtiger, sagen Händler.
16.11.2016 17:50
Kann als Schwergewicht für einmal wieder den SMI stützen: Novartis-Aktie.
Kann als Schwergewicht für einmal wieder den SMI stützen: Novartis-Aktie.
Bild: Bloomberg

"Die 'Trumphorie' hat etwas nachgelassen", sagt ein Händler. "Die Anleger rätseln über den Kurs der neuen Regierung", sagt ein anderer Börsianer. Die Investoren wollten nun konkrete Fakten sehen. Der SMI legt 0,1 Prozent auf 7914 Punkte zu.

Neben den Plänen des designierten US-Präsidenten Donald Trump rückte auch die US-Geldpolitik wieder stärker ins Blickfeld der Marktteilnehmer. Nach den jüngsten und meist guten Konjunkturzahlen rechnen Ökonomen mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank um 0,25 Prozentpunkte im Dezember. "Es gibt eigentlich keinen guten Grund, warum die Fed eine Zinserhöhung ins kommende Jahr verschieben müsste", sagt ein Händler.

Bei den Standardwerten sind die Kursgewinner in der Minderzahl. Die Kursausschläge sind jedoch meist gering. Einen Kurssprung von 6,8 Prozent machten die Actelion-Aktien. Händler sprechen von erneut aufgekeimten Spekulationen, das Biotechnologieunternehmen könnte übernommen werden.

Schwergewichte stützen den SMI

Von den beiden Pharma-Schwergewichten ziehen Novartis 0,7 Prozent an. Das Medikament Entresto war einer klinischen Studie zufolge bei erstmaligen und wiederholten Herzproblemen wirksamer als das Mittel Enalapril. Novartis will die Studienergebnisse auf einem Ärztekongress in New Orleans vorlegen. Die Anteile von Rivalin Roche verlieren leicht.

Mit Nestlé steigt ein weiteres Index-Schwergewicht um 0,6 Prozent.

Die stärksten Einbussen verzeichnen die Aktien von Lafarge-Holcim mit 3,4 Prozent Abschlag. Der Zementkonzern stockt seine Beteiligung an zwei indischen Firmen auf. Durch den Zukauf erhöht sich die Nettoverschuldung um 325 Millionen Franken. Damit wird Lafarge-Holcim wohl das Ziel verfehlen, die Nettoverschuldung bis Jahresende auf rund 13 Milliarden Franken zu senken.

Zykliker ohne klare Richtung

Insgesamt zeigt sich bei den Anteilen zyklischer Firmen kein klarer Trend. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB geben 0,5 Prozent nach. Die Titel des Anlagenbauers Oerlikon sind leicht höher und die Anteile der Pumpen-Firma Sulzer steigen um 2 Prozent. Der Aktien des Personalvermittlers Adecco verlieren 1 Prozent.

Die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse büssen 1,1 und 2,3 Prozent ein. Um 0,7 Prozent ester gehandelt wurden dagegen die Anteile des Vermögensverwalters Julius Bär, der am Donnerstag seinen Zwischenbericht veröffentlichen will. Für die kleineren Rivalen EFG International und GAM Holding gab es Kursverluste.

Die Versicherungswerte sind uneinheitlich. Die Zurich-Aktien steigen am Tag vor der Bekanntgabe neuer Ertragsziele um 0,4 Prozent.

Leonteq nach Reorganisation unter Druck

Am breiten Markt fallen die Aktien von Züblin mit 7,2 Prozent Kursplus auf. Die Immobilienfirma schrieb im ersten Geschäftshalbjahr nach längerer Zeit wieder einmal schwarze Zahlen. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 8,7 Millionen Franken.

Unter Druck standen die Titel von Leonteq - sie sinken um 7,3 Prozent. Die Derivatboutique will das Kosten-Ertrags-Verhältnis bis 2020 unter 65 Prozent drücken von zuletzt 69 Prozent. Für 2016 und danach strebt die Firma eine Mindestdividende von 1,75 Franken an. Leonteq will die Kosten bis Ende kommenden Jahres um zehn Millionen Franken senken und dafür 50 Stellen streichen.

Das auf US-Immobilien spezialisierte Unternehmen Varia will sich mit einem Börsengang knapp 125 Millionen Franken holen. Es wäre der fünfte Neuzugang für die Schweizer Börse in diesem Jahr. Den Emissionspreis setzte Varia mit 35 Franken je Aktie fest.

(Reuters/cash)