Der SMI dämmt Verluste ein

Der Schweizer Aktienmarkt bewegt sich am Mittwochmittag mangels entscheidender Impulse weiter in der Minuszone. Allerdings haben die Indizes ihre Verluste gegenüber dem frühen Geschäft etwas eingegrenzt.
07.09.2016 13:05
Die Aussicht auf Entlassungen in London lastet am Mittwoch auf den Aktien der UBS.
Die Aussicht auf Entlassungen in London lastet am Mittwoch auf den Aktien der UBS.
Bild: ZVG

Die Märkte bewegen sich nach Ansicht von Beobachtern derzeit generell etwas in luftiger Höhe, und es fehle eine Auslöser für einen Ausbruch nach oben.

Da es von Seiten der Unternehmen heute an klaren Impulsen mangelt und am Nachmittag keine richtungsweisenden Konjunkturdaten veröffentlicht werden, lehnen sich die Anleger im Vorfeld der am Donnerstag anstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht aus dem Fenster. Von der EZB wird keine Änderung in der bisherigen Zinspolitik erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass die europäische Notenbank ihre Wertpapierkäufe zwecks Konjunktur- und Inflationsbelebung verlängern wird.

Der SMI verliert bis Mittag 0,3% auf 8282 Punkte, wobei das bisherige Tagestief bei 8257 Stellen markiert wurde. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst noch 0,1% auf 1259 ein, und der breite SPI verliert 0,2% auf 9009 Zähler. Von den 30 Bluechips sind 15 im Minus, 14 im Plus und 1 notiert unverändert (Kühne+Nagel).

Richemont nach Rückstufung im Verkauf

Die deutlichsten Kursabgaben verzeichnen Richemont (-1,2%), die ihre Verluste damit ausgeweitet haben. Barclays reduzierte in einer Branchenstudie die Anlageratings und Kurse für Richemont sowie für Swatch. Letztere vermochten aber ihre anfänglichen Verluste einzudämmen und verlieren bis am Mittag noch 0,1%. Die Analysten begründen die Rückstufung damit, dass ihre Bedenken gegenüber der zukünftigen Entwicklung des Marktes für Luxusuhren gestiegen sind.

Den zweitletzten Platz belegen UBS (-0,8%). Bei der Grossbank könnte es laut Medienberichten nach dem Brexit-Votum zu einem Personalabbau in London kommen. Dort beschäftige die Bank 5000 Personen, wovon 20% bis 30% von einer Verlagerung betroffen sein könnten, sagte CEO Sergio Ermotti gegenüber einem asiatischen Newsportal. Die CS-Valoren, die im frühen Geschäft ebenfalls auf den hinteren Rängen standen, führen nun mit einem Plus von 0,6% am Mittag die Gewinnerliste an. Die Bank wechselt den Chef der Investmentbank-Sparte Global Markets aus: Brian Chin übernimmt von Timothy O'Hara.

Von ihren anfänglichen Kursverlusten erholt haben sich auch Swiss Re, die ebenfalls 0,6% zulegen. Die Rating-Agentur Fitch rechnet für das kommende Jahr mit weiter sinkenden Prämien für die Branche. Am kommenden Wochenende finden sich die Rückversicherer, Makler und ihre Kunden in Monte Carlo zu ihrem Branchentreffen zusammen, wo die Vertragsabschlüsse für die Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel vorbesprochen werden.

Dorma+Kaba schmieren nach Jahresbilanzpräsentation ab

ABB geben etwas von ihren Gewinnen ab und stehen noch 0,1% im Plus. Gemäss einem Zeitungsbericht unterstützt der Chef des Grossaktionärs Investor die Abspaltung des Energiegeschäfts. Bislang soll der Investor-Präsident Jacob Wallenberg sich dagegen gesträubt haben. Zudem erhöhten Citigroup und die UBS die Kursziele für die ABB-Aktien.

Im breiter gefassten Markt bauen Dorma+Kaba ihre Verluste weiter aus und notieren 6,6% im Minus. Der Schliesstechnikkonzern veröffentlichte das Geschäftsergebnis 2015/16, das die Erwartungen bei Umsatz und Betriebsgewinn leicht, beim Reingewinn deutlicher unterschritten hat.

Stark im Minus mit 2,4% stehen auch EFG. Der Vermögensverwaltungsgesellschaft soll laut einem Medienbericht Daniel Furtwängler nach weniger als einem Jahr als Mitglied des Führungsteams für das Geschäft in Kontinentaleuropa freigestellt haben.

Leichte Abgaben von 0,4% nach Zahlen verbucht der Batteriehersteller Leclanché nach Zahlen.

Die stärksten Kursavancen von 2,3% zeigen auf der anderen Seite Cassiopea, ohne dass dafür relevante Nachrichten vorlagen. Überdurchschnittlich legen auch Santhera (+1,5%) und Meyer Burger (1,8%) zu. Gesucht sind ausserdem Sulzer (+1,0%) und Logitech (+1,2%). Für beide gab es eine Kurszielerhöhung durch Kepler Cheuvreux.

(AWP)