Der SMI findet in die Gewinnzone zurück

Die Anleger an der Schweizer Börse trauen sich am Donnerstagmorgen langsam vor. Nach einem kurzen Taucher des Leitindex' zu Handelsbeginn, hat sich der SMI inzwischen wieder gefangen.
17.11.2016 10:25
Ein festes Dividendenversprechen hilft der Zurich-Aktie am Mittwoch zu einem glanzvollen Auftritt.
Ein festes Dividendenversprechen hilft der Zurich-Aktie am Mittwoch zu einem glanzvollen Auftritt.
Bild: Bloomberg

Der SMI, der am Vortag marginal zugelegt hatte, steht um 10.25 Uhr 0,4 Prozent höher bei 7947 Punkten. Händler sagen allerdings, bei den Marktteilnehmern sei eine gewisse Ernüchterung eingetreten, nachdem an den vergangenen Tagen noch die Hoffnung auf eine Belebung der US-Wirtschaft unter dem designierten Präsidenten Donald Trump den Kursen Aufwind gegeben habe. Nun müsse die neue Regierung ihre Pläne konkretisieren.

Zudem stehe ein Treffen der erdölexportierenden Staaten Opec-Staaten bevor, auf dem über eine Förderkürzung diskutiert werden soll und mit dem Verfassungsreferendum in Italien nähere sich ein weiterer politischer Unsicherheitsfaktor.

Die Anleger richten ihren Blick stärker auf die US-Geldpolitik. Daher dürften die am Nachmittag erwarteten US-Konjunkturzahlen zur Inflation, den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung und vom Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia grosse Beachtung finden.

Zurich nach Dividendenverprechen gefragt

Gefragt sind die Aktien von Zurich Insurance, die 2,7 Prozent höher gehandelt werden. Der Versicherungskonzern hat sich ein etwas vorsichtigeres Rentabilitätsziel gesetzt. Seinen Aktionären verspricht Zurich mindestens 17 Franken Dividende je Aktie. Der Sparkurs soll nochmals verschärft und das Sparziel auf 1,5 Milliarden Dollar bis 2019 aufgestockt werden. Händler sagen, vor allem die Aussicht auf weiterhin attraktive Dividenden stütze den Titel. "Zum aktuellen Kurs und mit einer Dividende von 17 Franken rentiert die Aktie deutlich mehr als 6 Prozent", sagt ein Händler.

Die Anteile anderer Versicherer tendieren ebenfalls positiv. Swiss Re legen 0,4 Prozent zu und Swiss Life 0,2 Prozent.

Die Aktien der Banken entwickeln sich unterschiedlich. UBS legen leicht zu, Credit Suisse aber büssen 1,6 Prozent ein. "Nach dem starken Anstieg seit den US-Wahlen fehlt es an Gründen für weitere Zukäufe", sagt ein Händler.

Julius Bär rücken um 0,8 Prozent vor. Die Privatbank sammelte in den ersten zehn Monaten des Jahres Neugelder von knapp 4 Prozent des Bestands ein. Mittelfristig hat sich die Bank hier ein Wachstum von 4 bis 6 Prozent zum Ziel gesetzt. Dieses Band werde 2017 erreicht, erklärte Bär. Allerdings hielten sich die Kunden im Sommer mit Transaktionen zurück: Die Bruttomarge verringerte sich daher in den ersten zehn Monaten auf knapp über 91 Basispunkte nach 95 Basispunkten im ersten Halbjahr. Händler sagen, der Bericht sei besser als erwartet.

Pharmaschwergewichte bewegen sich wenig

Die schwergewichtigen Pharmatitel können weiterhin und trotz guter Produktmeldungen nur schwer Käufer anziehen. Der Genussschein von Roche steigen um 0,1 Prozent. Novartis stehen 0,4 Prozent höher. Die Behandlung mit dem Medikamentkandidaten AMG334/Erenumab habe in einem klinischen Phase-III-Test Migräne-Anfälle signifikant verringert. Novartis entwickelt die Arznei zusammen mit dem US-Biotechnologiekonzern Amgen.

Die Anteile von Actelion legen weitere 0,5 Prozent zu. Der Titel war am Mittwoch dank spekulativer Käufe stark gestiegen. Die Titel von Nestlé, einem weiteren Marktschwergewicht, legen 0,4 Prozent zu.

Die Papiere zyklischer Firmen sind mehrheitlich fester. Die Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch gewinnen 1,1 beziehungsweise 2,2 Prozent an Wert. Der Anteil des Elektrotechnikkonzerns ABB legen 0,2 Prozent zu und die Scheine des Personalvermittlers Adecco rücken 1,2 Prozent vor. Die Aktie des Chemiekonzerns Clariant aber sinkt ein wenig.

Immobilienpapiere gesucht

Am breiten Markt stechen vor allem Aktien von Immobilienfirmen und -fonds mit höheren Kursen hervor.

Die Anteile von Leonteq verlieren 2,5 Prozent und die Aktien des Bau- und Tourismuskonzerns Orascom schwächen sich ebenfalls um 2,5 Prozent ab. Beide Firmen hatten mit ihren Zwischenberichten die Anleger enttäuscht.

(Reuters/cash)