Der SMI nimmt Anlauf

Am Montag ist der Leitindex der Schweizer Börse unter eine wichtige charttechnische Marke gefallen. Der SMI wird laut Analysten weiter leiden, bevor er zum Sprung ansetzt.
04.08.2014 14:45
Von Frédéric Papp
Auf kurze Sicht ist der SMI angeschlagen.

Schlechter Monatsstart für den Schweizer Aktienmarkt (SMI): Kurz nach Handelsbeginn fällt der Index unter die 8400-Punkte-Marke. Dies ist aus charttechnischer Sicht ein unschönes Zeichen. Denn bei 8400 Punkten verläuft die sogenannte 200-Tage-Linie und wird diese nach unten durchbrochen, ist dies in der Regel als Verkaufssignal zu werten.

Die 200-Tage-Linie glättet die Kursschwankungen von Aktien oder Indizes, um den Trend sichtbar zu machen. Dazu werden einfach die Schlusskurse der letzten 200 Tage addiert, um daraus dann einen Durchschnittswert zu errechnen.

"Das Feld ist nun bis zirka 8100 Punkte nach unten offen", sagt Beat Grunder, Chartanalyst bei Julius Bär, zu cash. Bei dieser Marke verläuft der nächste grössere Support. Durchbricht der SMI auch diesen, seien Niveaus bis 7800 Punkte möglich, so Grunder weiter. In diesem Fall wäre die gesamte Jahresperformance weggeschmolzen (siehe Chart). Derzeit liegt diese bei 4,6 Prozent.

Kursentwicklung des SMI innert Jahresfrist.

Grunders Einschätzungen zu Folge wird der SMI aber den Abwärtstrend nicht zwingend ungehindert fortsetzen. Stattdessen werde sich der SMI in den kommenden Monaten in einem breiten Kursband zwischen 8100 bis 8700 Punkte bewegen. Anleger müssen sich somit auf volatilere Börsen einstellen.

9000 Punkte im Visier

Kann sich der Index in diesem Kursband halten, "sind Ende 2014 wieder Kurse über 9000-Punkte möglich", so Grunder. Auch die Analysten der Zürcher Kantonalbank sehen den SMI kurzfristig unter Druck. "Auf Sicht von zwei bis vier Monaten wird mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bis ungefähr 9100 Punkte gerechnet."

Aus charttechnischer Sicht sind somit risikoaffine Anleger gut beraten, weitere Kurskorrekturen abzuwarten und bei Erreichen der entsprechenden Kursniveaus schrittweise einzusteigen.

Technisch angeschlagen sind auch die meisten anderen europäischen Aktienmärkte. Weiterhin gut halten sich hingegen die amerikanischen Börsen. Zwar musste der S&P-500-Index auch erstmals seit langem wieder grössere Verluste verzeichnen, aber er konnte sich am Freitagabend wieder etwas fangen und schloss beinahe auf dem Support von 1925 Punkten.