Der Swiss Market Index legt weiter zu

Die Schweizer Börse hat den seit zwei Wochen anhaltenden Aufwärtstrend am Freitag fortgesetzt.
16.12.2016 18:06
Am Hauptsitz von Roche in Basel. Der Genusschein stieg am Freitag 0,3 Prozent.
Am Hauptsitz von Roche in Basel. Der Genusschein stieg am Freitag 0,3 Prozent.
Bild: cash

Vor allem Aktien aus dem Gesundheitsbereich verliehen dem Gesamtmarkt Schub. Die Aktien des Biotechkonzerns Actelion verzeichneten im Sog aufgefrischter Übernahmespekulationen einen Kurssprung.

Der SMI schloss 0,2 Prozent höher bei 8228 Punkten. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,9 Prozent geklettert. Händler erklärten, der Verfall von Index- und Aktienoptionen an der Terminbörse Eurex sei in geordneten Bahnen verlaufen. Danach habe sich das Geschehen beruhigt.

"Viele Anleger sind froh, dass sich das Jahr dem Ende zuneigt", sagte ein Händler. Die überraschenden politischen Ereignisse wie das Brexit-Votum oder die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hätten viele auf dem falschen Fuss erwischt und Rendite gekostet. "Aber auch das nächste Jahr wird schwierig", erklärte der Händler. "Die Anleihen- und auch die Aktienmärkte werden unter dem US-Zinsanstieg leiden."

Die Actelion-Aktien kletterten um 10,5 Prozent auf 218,20 Franken und damit auf ein neues Allzeit-Hoch. Der französische Pharmakonzern Sanofi soll sich nach einem Bericht der Agentur Bloomberg in fortgeschrittenen Übernahme-Gesprächen mit der Schweizer Biotechnologiefirma befinden. Beide Firmen diskutierten einen Preis von 275 Dollar oder umgerechnet rund 282 Franken je Actelion-Aktie.

Die Titel der grossen Pharmakonzerne machten ebenfalls Boden gut. Novartis stiegen 0,4 Prozent, Roche um 0,3 Prozent. "Die defensiven Titel haben einen Lauf", erklärte ein Händler. Über die üblicherweise liquiditätsarmen Feiertage schichteten die Anleger Geld in weniger riskante Titel um.

Auf den Verkaufszetteln standen dagegen die Aktien des in einem Konzernumbau steckenden Zementriesen LafargeHolcim. Die Papiere des Weltmarktführers gaben 0,6 Prozent nach. Der Personalvermittler Adecco verlor 1,3 Prozent. Auch Titel von Industriefirmen wie ABB und Geberit waren auf der Verliererseite zu finden.

Syngenta schlossen unverändert. Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat eine Beschwerde gegen eine Tochter von Syngenta in Hawaii wegen einer möglichen Verletzung von Pestizid-Vorschriften eingereicht. Die EPA fordere eine Strafzahlung von gut 4,8 Millionen Dollar.

Auch die jüngst stark gestiegenen Bankaktien wurden gemieden. Credit Suisse gaben 1,2 Prozent nach, UBS waren ebenfalls um 1,2 Prozent schwächer und Julius Bär ermässigten sich um gut ein Prozent.

Helvetia legten 1,1 Prozent zu. Der Versicherer hat für 107 Millionen Franken eine Mehrheit von 70 Prozent des Hypothekenvermittlers MoneyPark übernommen.

Die Lonza-Aktien stiegen nach dem jüngsten Kurseinbruch um 4,8 Prozent. Am Donnerstag hatte die milliardenschwere Übernahme der US-Firma Capsugel die Titel des Pharmazulieferers auf Talfahrt geschickt.

Am breiten Markt sackten die Aktien von Meyer Burger 1,4 Prozent auf 0,70 Franken ab. Der Solarzulieferer hat seine Kapitalerhöhung über die Bühne gebracht. Die Bezugsrechte wurden praktisch zur Gänze ausgeübt. Durch die Ausgabe neuer Aktien zu 0,36 Franken fliessen dem Solar-Ausrüster brutto mindestens 164,5 Millionen Franken zu.

Die Gategroup-Anteile schnellten 5,6 Prozent auf 52,90 Franken hoch. Die Übernahme der Bordverpflegungsfirma durch den chinesischen Mischkonzern HNA steht vor dem Abschluss. Die Auszahlung soll am oder um den 22. Dezember erfolgen, wie die mit der Abwicklung beauftragte UBS mitteilte. HNA zahlt für Gategroup 53 Franken je Aktie oder insgesamt 1,4 Milliarden Franken.