Detailhandel - Angestellte arbeiten zu viel bei tiefen Löhnen

Angestellte im Detailhandel sind zunehmend mit immer flexibleren Arbeitszeiten und Gratisarbeit konfrontiert. Zudem sehen sich viele Arbeitnehmende als schlecht bezahlt.
21.06.2017 15:20
Alles muss raus: Ausverkauf in einem Shoppingcenter.
Alles muss raus: Ausverkauf in einem Shoppingcenter.
Bild: Bloomberg

Das zeigt eine schweizweite Umfrage der Gewerkschaft Syna, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Den Detailhandels-Angestellten am meisten zu schaffen machen laut der Umfrage die hohe Anzahl an Überstunden und die grosse Flexibilität der Arbeitseinsätze. Von den Befragten wünschen sich denn auch 94% ein verbindlicheres Arbeitspensum. 89% wollen, dass Arbeitseinsätze mindestens zwei Wochen vorher angekündigt werden.

Die flexiblen Arbeitszeiten führten zudem zu starken Lohnschwankungen. Dies ist gemäss Syna besonders problematisch, da die Stunden- und Monatslöhne im Detailhandel nach wie vor tief sind. So fordern denn auch alle Umfrageteilnehmer bessere Löhne.

Bessere Bezahlung der Überstunden

86 Prozent der befragten Personen verlangen ausserdem, dass die Arbeit vor und nach Ladenschluss besser bezahlt wird. Allerdings ist die Erwartung, dass Vorbereitungs- und Aufräumarbeiten ausserhalb der eigentlichen Arbeitszeit zu leisten sind, im Detailhandel noch immer weit verbreitet, wie die Gewerkschaft weiter schreibt.

An der Umfrage, die von Herbst 2016 bis Frühling 2017 durchgeführt wurde, haben 1515 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz teilgenommen.

(AWP)