Deutliche Verluste zum Handelsauftakt

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Donnerstag mit tieferen Kursen eröffnet, wobei sich die Verluste in den ersten 30 Handelsminuten deutlich vergrössert haben.
12.05.2016 10:23
Paradeplatz in Zürich mit Sitz der UBS im Hintergrund.
Paradeplatz in Zürich mit Sitz der UBS im Hintergrund.
Bild: cash

Händler verweisen dabei vor allem auf die schwächeren Vorgaben aus den USA. Der Dow Jones Industrial und der markbreite S&P 500 hatten ihre Verluste am Mittwoch nach dem Handelsschluss in Europa um jeweils noch rund ein halbes Prozent ausgeweitet.

Am Markt wurde diesbezüglich vor allem auf einige enttäuschende Unternehmenszahlen verwiesen. In China und Japan entwickelten sich die Kurse am Donnerstagmorgen zuletzt uneinheitlich. Hierzulande sind nochmals Quartalszahlen im Fokus: Mit den beiden Versicherern Zurich und Swiss Life sowie dem Baustoff-Hersteller LafargeHolcim haben gleich drei SMI-Gesellschaften über die Entwicklung in der Periode Januar bis März berichtet.

SMI verliert mehr als ein Prozent

Der Swiss Market Index (SMI) verliert um 09.30 Uhr 1,10% auf 7'850,32 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst derweil 1,20% auf 1'201,53 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,80% auf 8'493,80 Punkte ein. Von den 30 Bluechips notieren bis auf zwei alle im Minus.

Entgegen dem Gesamttrend halten sich Zurich (+2,7%) sehr gut, wobei der Quartalsabschluss hier positive Beachtung findet. Der grösste Schweizer Erstversicherer, der in einer Restrukturierungsphase steckt, hat mit seinen Zahlen die Erwartungen relativ klar übertroffen: sowohl der Betriebs- wie auch der Reingewinn und die Combined Ratio lagen darüber. Vor allem erste Fortschritte im Bereich Nicht-Leben hätten dazu beigetragen, zudem hätten sich Befürchtungen über mögliche Verluste nicht bewahrheitet, heisst es. Nicht zuletzt nehme der Aktienkurs schon viel Negatives vorweg.

Negativ aufgenommen wird dagegen das Interim-Statement von Swiss Life (-1,7%). Der grösste Schweizer Lebensversicherer hat lediglich über die Entwicklung der Bruttoprämien berichtet und keine Gewinnzahlen veröffentlicht. Das Prämienvolumen war mit -10% deutlich rückläufig und blieb auch klar unter den Erwartungen von Analysten. Insgesamt sieht sich das Unternehmen aber gut in die neue Strategiephase gestartet und Analysten trauen dem Unternehmen zu, die finanziellen Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.

Sehr deutlich unter Druck stehen derweil LafargeHolcim (-4,1%). Der Baustoff-Hersteller hat bezüglich Umsatz und Betriebsgewinn ebenfalls klar unter den Erwartungen abgeschlossen. Die Zahlen seien operativ enttäuschend, heisst es im Markt. Auch im Vergleich zu den internationalen Konkurrenten, die mit ihren Ausweisen die Erwartungen übertreffen konnten, sei die Performance von Lafarge-Holcim unbefriedigend, schreibt die ZKB in einem Kommentar.

UBS schwach

Klar stärkster SMI-Verlierer sind UBS (-6,1% bzw. 94 Rappen), wobei 85 Rappen auf den Abgang der Dividende zurückzuführen sind. Ohne diesen Effekt würde sich der Kursverlust somit in Grenzen halten. Der Wechsel auf dem Posten des Schweizchefs - Martin Blessing für Lukas Gähwiler - werde zwar kontrovers diskutiert, heisst es im Markt, sei aber nicht gross börsenrelevant.

Grössere Verluste gibt es ausserdem noch für CS (-2,3%), Richemont (-1,9%) oder Swatch (-1,7%). Für die beiden Luxusgüterwerte hat die US-Bank Bernstein im Rahmen einer Branchenstudie je das Kursziel gesenkt. Auf der positiven Seite sind noch Syngenta (unv.) zu erwähnen. In der Branche rumort es weiter: so soll BASF sich ein Angebot für Monsanto überlegen, wurde als Gerücht herumgereicht.

Die SMI-Schwergewichte sind dem Markt derweil kein halt: Sowohl Novartis (-1,2%) wie auch Roche (-0,9%) und Nestlé (-0,7%) verlieren klar an Wert.

Im breiten Markt sind Sunrise (+5,3%) am Berichtstag klarer Liebling der Investoren. Analysten loben in ersten Kommentaren den deutlichen Fortschritt in Sachen Profitabilität und halten die Sorgen wegen des härteren Wettbewerbs im Telekom-Sektor für übertrieben.

Die Papiere des Industriekonzerns Schaffner sind dagegen nach ernüchternden Halbjahreszahlen noch ungehandelt. Zum letzten Mal werden die Aktien von Intersport PSC (unverändert) gehandelt. Ab dem (morgigen) Freitag sind sie nur noch ausserbörslich erhältlich.

(AWP)