Deutsche Autos - Daimlers Gewinn schrumpft stärker als erwartet

Die schwächere Autokonjunktur und Modellwechsel haben den Gewinn bei Daimler im ersten Quartal weiter sinken lassen.
26.04.2019 08:23
Markenemblem des Daimler-Konzerns und von Mercedes an der Berliner Prachtstrasse Unter den Linden.
Markenemblem des Daimler-Konzerns und von Mercedes an der Berliner Prachtstrasse Unter den Linden.
Bild: cash

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging von Januar bis März um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zurück auf 2,8 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Freitag mitteilte. Daimler schnitt damit etwas schlechter ab, als von Analysten erwartet. Nach einer Reuters-Umfrage gingen die Experten von einem Rückgang um 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro aus. Der Umsatz war mit 39,7 Milliarden Euro leicht unter Vorjahr und damit etwas höher als erwartet.

Unter dem Strich verdienten die Schwaben mit 2,1 Milliarden Euro neun Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Schon im vergangenen Jahr war der Nettogewinn um fast ein Drittel auf 7,6 Milliarden Euro eingebrochen. Mit diesem Jahresstart sei Daimler nicht zufrieden, erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche zu seiner letzten Quartalsbilanz. "Nun gilt es, mit aller Kraft auf unsere Jahresziele hinzuarbeiten." Absatz, Umsatz und Ergebnis sollen 2019 leicht steigen, wie der Autobauer bekräftigte. Das muss Daimler dann unter Führung von Ola Källenius erreichen, der Zetsche mit der Hauptversammlung Ende Mai als Konzernchef ablösen wird.

Einbruch bei Mercedes

Einen Einbruch erlitt abermals die Kernsparte Mercedes-Benz Cars. Das Ebit ging um mehr als ein Drittel auf 1,3 Milliarden Euro zurück, die Rendite sank damit fast um drei Prozentpunkte auf sechs Prozent. Im ersten Vierteljahr verkaufte Mercedes-Benz Cars mit 555.300 Fahrzeugen sieben Prozent weniger. Sogar am wichtigsten Markt China, dem bisherigen Wachstumsmotor, flaute die Nachfrage ab. Daimler führte als Grund außerdem Modellwechsel bei SUVs und Kompaktwagen an.

Die Renditen der deutschen Autobauer sind wegen der hohen Investitionen in die Wende zum Elektroauto oder Ausgaben für die teure Technologie des autonomen Fahrens ohnehin schon unter Druck. Von der für Oberklasse-Wagen möglichen Zielmarke von zehn Prozent hat sich die Marke mit dem Stern deshalb schon länger verabschiedet.

Die Talfahrt des operativen Konzerngewinns konnte der scheidende Finanzchef Bodo Uebber durch einen Bewertungseffekt bremsen. Denn mit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens von Daimler und BMW für Mobilitätsdienste entstand wegen der generell hohen Bewertung solcher Geschäftsmodelle ein Buchgewinn von 718 Millionen Euro.

(Reuters)

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