Deutsche-Bank-Chef Cryan - Grössere Banken wären gut für Europa

Deutsche-Bank-Chef John Cryan mahnt eine Bereinigung des zersplitterten europäischen Bankenmarktes an.
17.11.2017 11:56
John Cryan, Chef der Deutschen Bank.
John Cryan, Chef der Deutschen Bank.
Bild: Bloomberg

"Europa wäre gut bedient, wenn es eine Handvoll Institutionen gäbe, die auf globaler Ebene konkurrieren könnten", sagte Cryan am Freitag bei einem Bankenkongress in Frankfurt. Die USA und China beispielsweise hätten sehr grosse Finanzkonzerne, die weltweit investierten. "In Europa gibt es zu viele Institute, vor allem in Deutschland." Ein Zusammengehen würde aus seiner Sicht helfen, aber dafür müsse das richtige Mass gefunden werden, sagte Cryan.

Immer wieder kochen Spekulationen über Bankenfusionen in Europa hoch angesichts des schwierigen Umfelds mit niedrigen Zinsen und starkem Wettbewerb. Erst in dieser Woche hatte der Einstieg des US-Finanzinvestors Cerberus bei der Deutschen Bank solchen Gedankenspielen neue Nahrung gegeben, denn Cerberus ist auch an der Commerzbank beteiligt. Bislang scheiterten grenzüberschreitende Bankenfusionen allerdings nicht zuletzt an der Politik.

Zu den vor einiger Zeit aufgekommenen Gerüchten, die französische Grossbank BNP Paribas habe ein Auge auf die Commerzbank geworfen, äusserte sich BNP-Verwaltungsratschef Jean Lemierre auf der Konferenz ausweichend. In Richtung des direkt neben ihm auf dem Podium sitzenden Commerzbank-Chefs Martin Zielke sagte er: "Wir sind Freunde, Wettbewerber, wir mögen das. ... Nicht mehr, keine Spekulationen, kein Kommentar."

Zielke verwies auf die wachsende Konkurrenz von Nichtbanken, die mit neuen Technologie die Finanzbranche aufmischen: "Die Antwort ist nicht immer: grösser ist besser. Schneller ist besser."

(AWP)