Deutsche-Bank-Schock schlägt auf US-Börsen durch

Kursverluste bei Finanzwerten wegen der drohenden Mega-Strafe für die Deutsche Bank haben zum Wochenschluss die Wall Street belastet.
16.09.2016 22:45
Unsicherheit an der Wall Street nach der drohenden Milliarden-Strafen für Grossbanken wegen der Subprime-Krise.
Unsicherheit an der Wall Street nach der drohenden Milliarden-Strafen für Grossbanken wegen der Subprime-Krise.
Bild: Bloomberg

Das US-Justizministerium will von Deutschlands grösstem Geldhaus als Wiedergutmachung für Tricksereien auf dem amerikanischen Immobilienmarkt 14 Milliarden Dollar. Dadurch kamen nicht nur Deutsche-Bank-Aktien unter die Räder, sondern auch die Titel der US-Konkurrenten Goldman Sachs und J.P. Morgan.

Auf die Stimmung drückte zudem der niedrigere Ölpreis und die Nervosität vor der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent tiefer bei 18'123 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,4 Prozent auf 2139 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 5244 Punkte nach. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Plus von 0,2 Prozent, den S&P von 0,5 Prozent und den Nasdaq von 2,3 Prozent.

Bei Exxon ging es 1,2 Prozent nach unten. Die Behörden des Bundesstaates New York prüfen einem Insider zufolge, warum der Energiekonzern trotz des Einbruchs beim Ölpreis keine Abschreibungen vorgenommen hat.

Oracle verlieren nach mauem Quartalsbericht

Oracle-Anleger zogen sich zurück, nachdem der US-Softwarekonzern mit seinem Zwischenbericht zum ersten Geschäftsquartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Die Aktien fielen um 4,7 Prozent.

Dagegen gehörten die Anteilsscheine von Intel mit einem Plus von rund 3 Prozent zu den Gewinnern. Der Chipkonzern hob seine Prognose für das dritte Quartal an, weil die Nachfrage nach PC besser als erwartet ist.

In der Aussicht auf einen Bieterwettkampf deckten sich Anleger mit Aktien des US-Pharmakonzerns Depomed ein. Die Papiere stiegen um fast 15 Prozent. Das Unternehmen stellte sich Insidern zufolge selbst zum Verkauf und kam damit dem Druck des Investors Starboard Value nach, der sich im April bei dem Schmerzmittelproduzenten mit 10 Prozent eingekauft hatte.

Dollar legt zum Euro deutlich zu

An den Devisenmärkten flammten Zinsspekulationen wieder auf, nachdem die US-Konsumentenpreise im August stärker stiegen als von Volkswirten erwartet. Sie legten 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Daraufhin baute der Dollar seine Gewinne deutlich aus, der Euro verbilligte sich indes um fast einen US-Cent auf 1,1155 Dollar. Kaum ein Börsianer rechnet jedoch damit, dass die US-Notenbank schon bei ihrer Sitzung am Mittwoch die Zinsen anhebt. Für Dezember ist die Wahrscheinlichkeit an den Terminmärkten aber gestiegen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,1 Milliarden Aktien den Besitzer. 1068 Werte legten zu, 1917 gaben nach und 112 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,89 Milliarden Aktien 1310 im Plus, 1551 im Minus und 142 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten nach dem unerwartet starken Anstieg der Verbraucherpreise zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 1/32 auf 98-6/32. Die Rendite sank auf 1,700 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 16/32 auf 95-26/32 und rentierte mit 2,448 Prozent.

(Reuters)