Deutsche Bank sieht schwarz für Investmentbanking

Die Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen wird nach Einschätzung von Deutsche Bank zu geringeren Erträgen in der Finanzbranche führen.
08.07.2016 06:00
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Bild: cash

Das schließe auch das Investmentbanking ein, da sich Unternehmen mit Sorgen über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit bei Übernahmen und Aktienemissionen zurückhalten dürften.

"Das externe Marktumfeld hat sich für jeden verschlechtert", seit dem Referendum vom 23. Juni, sagte Alasdair Warren, Leiter Corporate and Investmentbanking Europa, Naher Osten und Afrika. "Niemand im Finanzdienstleistungsbereich wird profitieren. Die Folge davon ist ein kleinerer Gebührentopf."

Analysten auf beiden Seiten des Atlantiks haben ihre Gewinnschätzungen für die größten Investmentbanken gesenkt. Sie gehen davon aus, dass wirtschaftliche Unsicherheiten und Währungsschwankungen im Zusammenhang mit dem Brexit das Wertpapieremissionsgeschäft und große Transaktionen beeinträchtigen werden. Das könnte die Bemühungen der Deutschen Bank und anderer europäischer Kreditinstitute erschweren, die Kosten zu senken, die Kapitalniveaus zu stärken und ihren Fokus auf das teure Anleihenhandelsgeschäft zu verkleinern.

Kein rosiges Bild

"Es ist kein rosiges Bild, aber wir sind gut positioniert und unser relativer Anteil am Gebührenkuchen wird wahrscheinlich steigen", sagte Warren. "Die Umsetzung der Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, könnte viel länger als zwei Jahre dauern. Das bedeutet, es gibt viel Unsicherheit."

Warren wechselte dieses Jahr von Goldman Sachs, wo er Partner und Co-Leiter der Financial Sponsors Group war, zur Deutschen Bank. Er berichtet an Jeff Urwin, der im Vorstand für den Bereich Unternehmensfinanzierung und Investmentbankengeschäft verantwortlich ist.

Warren zufolge ist die Deutsche Bank dabei, ihre Position im europäischen Investmentbanking wieder aufzubauen und auszuweiten. Die Turbulenzen würden sie davon nicht abhalten. "In zu wenigen Fällen wenden sich die Kunden an erster oder zweiter Stelle an uns. Krisenzeiten sind auf die besten Zeiten, um die stärksten Beziehungen aufzubauen."

(Bloomberg)