Deutsche Unternehmen investieren vermehrt in Argentinien

Deutsche Unternehmen planen, in den kommenden vier Jahren stärker in Argentinien zu investieren.
10.07.2016 02:10
Strassenverkehr in Argentiniens Hautpstadt Buenos Aires.
Strassenverkehr in Argentiniens Hautpstadt Buenos Aires.
Bild: iNg

Nach einer Umfrage der Deutsch-Argentinischen Industrie- und Handelskammer wollen deutsche Unternehmen bis 2020 ihre Investitionen um rund 3 Milliarden US Dollar steigern. Derzeit sind sie mit 9 Milliarden US Dollar investiert und beschäftigten rund 20.000 Mitarbeiter.

Am Dienstag hat sich Argentiniens neuer Präsident Mauricio Macri in Berlin mit Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel getroffen, um die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit Deutschland wiederzubeleben. Es ist sein erster offizieller Staatsbesuch in einem europäischen Land und signalisiert die Rückkehr Argentiniens auf die internationale politische Bühne. Unter der linkspopulistischen Vorgängerregierung von Cristina Kirchner lagen die internationalen Beziehungen zum Westen jahrelang brach.

In Berlin hat Macri um Investitionen geworben. Denn die Wirtschaft kommt auch sieben Monate nach dem Regierungswechsel nicht in Schwung, die Inflation verharrt auf hohem Niveau vom 30 Prozent und die Industrieproduktion ist im April laut Statistikamt um 6.7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen. 

Präsident verspricht Wachstum

Dabei hatte Argentiniens Präsident den Wählern Wachstum versprochen und dass die Inflation im zweiten Halbjahr diesen Jahres auf 25 Prozent fallen würde. Dafür hatte er den Devisenmarkt liberalsiert, den Peso wieder an den Markt gekoppelt, Subventionen gestrichen und einen langjährigen Streit mit US Hedgefonds beigelegt.

"Wir hoffen, dass jetzt, wo die Konflikte der Vergangenheit geregelt worden sind, klein und mittelständische Unternehmen in Argentinien investieren", erklärte Macri nach einem Treffen mit Merkel. Seine Regierung habe einen neuen Kurs eingeschlagen. Nun müsse er möglichst zügig Resultate liefern.

Merkel sicherte zu, dass Deutschland insbesondere bei der Modernisierung der Infrastruktur, in der Landwirtschaft sowie bei den erneuerbaren Energie mit Argentinien stärker zusammenarbeiten wolle. Zudem wurde eine Partnerschaft zwischen der Deutschen Post AG und der argentinischen Post vereinbart. Handelsabkommen wurden nicht unterzeichnet.

(Bloomberg)