Deutschland - Deutsche Bank und Commerzbank verhandeln offiziell über Fusion

Deutsche Bank und Commerzbank beginnen offiziell mit Gesprächen über eine Fusion.
17.03.2019 13:18
Bankentürme im Zentrum der deutschen Finanzmetropole Frankfurt.
Bankentürme im Zentrum der deutschen Finanzmetropole Frankfurt.
Bild: Pixabay

Das teilten die beiden grössten deutschen Privatbanken am Sonntag in Frankfurt nach getrennten Sitzungen ihrer Vorstände mit. Beide Banken erklärten, die Gespräche seien ergebnisoffen. Die Deutsche Bank teilte zudem mit, es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Gewähr, dass es zu einer Transaktion komme. Über ein Zusammengehen der beiden Institute wird seit Monaten spekuliert.

Vergangenes Wochenende war durchgesickert, dass die beiden Bank-Chefs Christian Sewing und Martin Zielke im kleinen Kreis über ein Zusammengehen der beiden grössten deutschen Privatbanken sprechen. Aus Finanzkreisen verlautete am Sonntag, die Gespräche seien in einem extrem frühen Stadium und es sei keineswegs klar, dass diese am Ende auch erfolgreich sein würden. "Man will ein Zusammengehen ernsthaft prüfen. Es steht aber keineswegs fest, dass es am Ende dann auch zu einer Transaktion kommt."

Sollten das Vorhaben glücken, entstünde die mit weitem Abstand grösste deutsche Bank mit rund 38 Millionen Privat- und Firmenkunden, anfänglich rund 140'000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von fast zwei Billionen Euro. Das Vorhaben wird auch von der Politik unterstützt - insbesondere von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und seinem Staatssekretär Jörg Kukies, dem früheren Deutschland-Chef von Goldman Sachs.

Grossaktionäre skeptisch

Wichtige Anteilseigner sind jedoch nicht überzeugt, dass eine Fusion Sinn macht. Die Gewerkschaften laufen bereits Sturm gegen einen Zusammenschluss, weil dieser mit dem Abbau von mehreren zehntausend Stellen verbunden sein dürfte. Die Gewerkschaftsvertreter in den Aufsichtsräten der beiden Geldhäusern haben breits angekündigt, dass sie gegen eine Fusion stimmen würden. Am kommenden Donnerstag soll das Thema in den Aufsichtsräten beider Konzerne diskutiert werden, auch wenn es bislang nicht auf den Tagesordnungen steht.

Beide Banken stehen nicht gerade gut da - vor allem im internationalen Vergleich. Der Deutschen Bank war 2018 nach drei Verlustjahren in Folge zwar die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen, allerdings schwächelt das wichtige Investmentbanking weiterhin. Die Commerzbank schrieb zwar ebenfalls schwarze Zahlen, musste aber ihre mittelfristigen Gewinnziele zuletzt kassieren.

Der seit fast einem Jahr amtierende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat dem einstigen deutschen Vorzeigeinstitut 2018 eine Rosskur verordnet, in deren Rahmen tausende Stellen gestrichen wurden und werden und das Institut seine Investmentbank eindampft, die seit Jahren der Konkurrenz vor allem aus den USA hinterherläuft.

(Reuters)