Devisen - Der Euro kostet bald 1,10 Franken

Die Schweizerische Nationalbank kann ein wenig aufschnaufen: Der Schweizer Franken wertet sich gegen den Euro immer mehr ab.
10.05.2017 09:50
Von Daniel Hügli
Schweizerische Nationalbank (SNB) in Zürich.
Schweizerische Nationalbank (SNB) in Zürich.
Bild: cash

Nach dem Wahlsieg von Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten Frankreichs verliert der Franken zum Euro kontinuierlich an Boden. Am späteren Dienstag fiel die Schweizer Währung bis auf 1,0981 pro Euro. Dieses Niveau bzw. ein Kurs von 1,10 wurde letztmals Anfang Juni 2016 verzeichnet. Am Mittwoch steht das Währungspaar bei 1,0960.

Hält die Schwäche des Frankens an, dann "wird die Nationalbank dies mit Wohlwollen goutieren. Sie ist dann weniger unter Druck, weiter die Zinsen zu senken oder zusätzliche Euros aufzukaufen", schreibt die St. Galler Kantonalbank in einem Kommentar. Die SNB versucht seit Jahren, den Franken mit Eingriffen am Devisenmarkt und seit Januar 2015 auch mit Negativzinsen zu schwächen. Ein starker Franken schwächt die Schweizer Exportwirtschaft und den Schweizer Tourismus.

Die Commerzbank geht davon aus, dass zumindest das Niveau um 1,09 erst einmal Bestand haben dürfte - trotz mutmasslich verminderter Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf diesem Niveau. Der Grundtenor der Devisenspezialisten lautet aber, dass die Verluste des Frankens zur Gemeinschaftswährung begrenzt bleiben. Der Aufwertungsdruck werde mittelfristig auf dem Franken bestehen bleiben. Diese Meinung vertreten die Experten von Commerzbank, Credit Suisse oder auch von der Zürcher Kantonalbank.

Die Commerzbank rechnet damit, dass der Franken wieder stärker wird. Das UBS Wealth Management dagegen sieht den Eurokurs bei Jahresende um 1,12 und in rund zwölf Monaten sogar bei 1,16 Franken.

(mit Material von AWP)